Gebärmutterkrebs

Gebärmutterkrebs Wenn Östrogen zur Gefahr wird

Gebärmutterkrebs, auch als Endometriumkarzinom bekannt, ist eine bösartige Veränderung der Gebärmutterschleimhaut. Er ist in Deutschland der häufigste Tumor der weiblichen Geschlechtsorgane und die fünfthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Trotz dieser Zahlen bleibt Gebärmutterkrebs eine Erkrankung, über die zu wenig gesprochen wird.

 

„Die Entstehung eines Endometriumkarzinoms ist eng mit hormonellen Veränderungen verbunden.“

  Prof. Dr. Sven SchiermeierDirektor, Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe mit den Standorten Marien Hospital Witten | St. Anna Hospital Herne, Chefarzt der Frauenklinik und Geburtshilfe des Marien Hospital Witten

Wie entsteht Gebärmutterkrebs?

Gebärmutterkrebs betrifft vor allem Frauen nach den Wechseljahren . „Die Entstehung eines Endometriumkarzinoms ist eng mit hormonellen Veränderungen verbunden“, erklärt Prof. Dr. Sven Schiermeier, Direktor des Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe mit den Standorten Marien Hospital Witten | St. Anna Hospital Herne und Chefarzt der Frauenklinik und Geburtshilfe des Marien Hospital Witten. Dabei spielt vor allem ein erhöhter Östrogenspiegel eine Rolle. Ist dieser dauerhaft zu hoch, kann dies die Entstehung von Gebärmutterkrebs begünstigen.

Ein hoher Östrogenspiegel tritt vor allem auf, bei…

  • krankhaftem Übergewicht (Adipositas): Fettgewebe bildet Östrogen, was die Gebärmutterschleimhaut stimuliert
  • Hormonersatztherapie in den Wechseljahren: Einnahme von Östrogenen ohne Gegenspieler (Gestagen) während der Wechseljahre
  • Lange Menstruationsphase: Frühe erste Regelblutung (Menarche) und späte Menopause
  • Kinderlosigkeit & wenige Schwangerschaften: Mit jeder Schwangerschaft sinkt das Risiko für Gebärmutterkrebs
  • PCOS: Die Erkrankung führt zu unregelmäßigen Eisprüngen und Östrogenüberschuss

Doch auch andere Faktoren beeinflussen das Risiko für Gebärmutterkrebs. Zum Beispiel Diabetes und eine genetische Veranlagung, wie etwa das Lynch-Syndrom, können das Risiko erhöhen, an Gebärmutterkrebs zu erkranken.

 

„Blutungen nach den Wechseljahren können eine harmlose Ursache haben, sollten aber immer ärztlich abgeklärt werden.“

  Valentin MenkeChefarzt, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, St. Anna Hospital Herne

Erste Anzeichen – worauf sollte man achten?

Die Symptome eines Endometriumkarzinoms sind oft unspezifisch und können leicht übersehen werden. Das auffälligste Frühzeichen ist eine ungewöhnliche Blutung – insbesondere nach der Menopause. „Blutungen nach den Wechseljahren können eine harmlose Ursache haben, sollten aber immer ärztlich abgeklärt werden“, warnt Valentin Menke, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des St. Anna Hospital Herne. Doch auch junge Frauen, die noch menstruieren, können betroffen sein. Hier ist es ratsam, auf Zwischenblutungen zu achten.

Weitere Symptome treten meist erst im späteren Stadium auf. Dann haben Betroffene häufig chronische Unterleibsschmerzen, verlieren stark an Gewicht, bluten aus dem Enddarm oder der Blase oder haben Schwellungen an den Beinen, da der Lymphabfluss gestört ist.

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Diagnose: Wie wird Gebärmutterkrebs erkannt?

Die Diagnose von Gebärmutterkrebs erfolgt zunächst durch eine gründliche gynäkologische Untersuchung. Neben dem Ultraschall werden auch Biopsien durchgeführt, um Gewebeproben zu entnehmen. Diese Proben werden im Labor genau untersucht, um zu überprüfen, ob es sich um Krebszellen handelt.

 

„Eine schnelle und präzise Diagnose ist entscheidend. Die modernen Techniken ermöglichen es uns, Tumore früh zu erkennen und die bestmögliche Behandlung zu wählen.“

  Prof. Dr. Clemens TempferChefarzt, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

„Eine schnelle und präzise Diagnose ist entscheidend. Die modernen Techniken ermöglichen es uns, Tumore früh zu erkennen und die bestmögliche Behandlung zu wählen“, betont Prof. Dr. Clemens Tempfer, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Je früher das Endometriumkarzinom erkannt wird, desto höher sind die Chancen, die Erkrankung erfolgreich zu behandeln.

Therapieansätze: Wie wird ein Endometriumkarzinom behandelt?

Die Behandlung des Gebärmutterkrebses hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere vom Stadium der Erkrankung und dem Alter der Patientin. In vielen Fällen wird die Gebärmutter entfernt (Hysterektomie), vor allem, wenn der Tumor lokal begrenzt ist. Dies ist meist schonend minimal-invasiv oder robotergestützt möglich.

Im fortgeschrittenen Stadium kommen auch Strahlentherapie, Chemotherapie oder gezielte Therapien zum Einsatz. Gezielte Therapien blockieren gezielt das Krebswachstum, oft ergänzend zur Operation oder Chemotherapie. Die Behandlung wird auf die individuelle Situation der Patientin abgestimmt.

Prognose: Was erwartet betroffene Frauen?

Die Prognose bei Gebärmutterkrebs ist gut, wenn der Tumor früh erkannt und behandelt wird. Doch die Heilungschancen sinken, wenn die Krankheit später entdeckt wird und sich auf andere Organe ausbreitet. Es ist entscheidend, dass Frauen nicht nur auf Symptome achten, sondern auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen. So lässt sich die Erkrankung im besten Fall noch vor einer weiteren Ausbreitung behandeln, was die Heilungschancen deutlich erhöht.

Ihre Experten:

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Prof. Dr. Sven Schiermeier

Direktor des Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe
Chefarzt
Frauenklinik und Geburtshilfe
Marien Hospital Witten
Fon: 02302 173-1323
frauenklinik@marien-hospital-witten.de

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Valentin Menke

Chefarzt
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
St. Anna Hospital Herne
Fon: 02325 986-2301
gynaekologie@annahospital.de

 

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Prof. Dr. Clemens Tempfer

Chefarzt
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Marien Hospital Herne
Fon: 02323 499-1801
frauenheilkunde@marienhospital-herne.de