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Gute Gesundheitskontrolle oder nur Motivationshilfe? Das taugen Fitnessarmbänder wirklich

Smartwatch, Fitnessuhr und Fitnesstracker – am Arm getragene Geräte zur Überwachung von Puls und zurückgelegter Strecke gibt es viele und sie erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Aber wie sinnvoll sind diese Fitnessarmbänder eigentlich und für wen sind sie geeignet?

Dass Bewegung wichtig für die Gesundheit ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigen, dass bereits moderate Bewegung das Risiko für zahlreiche Krankheiten, wie etwa Adipositas, Herzkreislauferkrankungen und Diabetes Typ 2 senken kann.

Das können die Fitnessarmbänder

Um Trainingsfortschritte besser überwachen zu können, aber auch als Motivationshilfe setzen viele auf technische Unterstützung am Handgelenk – sogenannte Fitnessarmbänder. Dabei gibt es verschiedene Hilfsmittel mit unterschiedlichen Funktionen. Zum einen Fitnesstracker, bei denen es sich im Wesentlichen um Armbänder mit integriertem Schrittzähler und Pulsmesser handelt. Fitnessuhren zum anderen können noch weitere Daten wie Kalorienverbrauch und zurückgelegte Strecke erfassen. Die Daten werden dann mit Hilfe von Apps gespeichert und ausgewertet. Smartwatches können all das auch, verfügen aber durch Kopplung mit dem Smartphone über zusätzliche Funktionen, die jedoch keinen direkten Fitnessbezug haben, wie dem Abrufen von Nachrichten oder der Anzeige des Wetters über zusätzliche Funktionen.

Das Bewegungsverhalten im Blick

„Diese Geräte sind gut, um eine Einschätzung zu geben, wie viel man sich täglich bewegt und können eine gute Motivationshilfe sein“, weiß Alexander Kröplin, Leitung des Zentrum für Prävention, Therapie, Rehabilitation und sportmedizinische Diagnostik der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr am Standort St. Anna Hospital Herne. Denn wer nachmittags schwarz auf weiß an seinem Handgelenk sieht, dass er sich kaum bewegt hat, rappelt sich eher noch einmal auf, nach Feierabend einen Spaziergang oder Sport zu machen. Der Nutzer bekommt durch die Aufzeichnung seiner Daten einen realistischen Überblick über sein gesamtes Bewegungsverhalten, wodurch ein besseres Körperbewusstsein geschaffen werden kann.

 

„Diese Geräte sind gut, um eine Einschätzung zu geben, wie viel man sich täglich bewegt und können eine gute Motivationshilfe sein.“

  Alexander Kröplin, Leitung des Zentrum für Prävention, Therapie, Rehabilitation und sportmedizinische Diagnostik der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr am Standort St. Anna Hospital Herne

Wie viele Schritte dabei pro Tag empfehlenswert sind, gibt es hier zu lesen.

Nicht immer exakt

Allerdings sollte man eines bedenken: Die Geräte können ungenau sein. Das Fitnessarmband sollte ein integriertes GPS haben oder mit dem Smartphone gekoppelt sein, um die zurückgelegte Strecke genau zu messen. Bei Geräten, die nur mit einem Bewegungssensor die Armschwünge zählen und daraus eine Strecke berechnen, sind große Abweichungen möglich. So werden oftmals auch Armbewegungen, die unabhängig vom Laufen ausgeführt werden, als Schritt gezählt. Bei einigen Geräten lassen sich auch andere Ausdauersportarten, wie etwa Radfahren, einstellen, sodass hier ebenfalls die Strecke gemessen wird. Zu schnelles Radfahren wird dabei jedoch häufig als Autofahren fehlinterpretiert.

 

„Wer krankheitsbedingt, zum Beispiel aufgrund von Bluthochdruck, nicht über einen bestimmten Maximalwert kommen darf, sollte sich keineswegs auf sein Fitnessarmband verlassen.“

  Elke Bergau, Leitung des Zentrum für Prävention, Therapie, Rehabilitation und sportmedizinische Diagnostik der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr am Standort Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Auch die Pulsmessung ist nicht bei allen Geräten exakt. Für Leistungssportler, die ihre Vitalwerte genau bestimmen möchten, sind Fitnessarmbänder daher eher weniger geeignet. „Auch wer krankheitsbedingt, zum Beispiel aufgrund von Bluthochdruck, nicht über einen bestimmten Maximalwert kommen darf, sollte sich keineswegs auf sein Fitnessarmband verlassen“, warnt Elke Bergau, Leitung des Zentrum für Prävention, Therapie, Rehabilitation und sportmedizinische Diagnostik der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr am Standort Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Fitnessarmbänder sollten immer nur Motivationshilfen sein oder zur Kontrolle des eigenen Bewegungsverhaltens dienen, niemals aber eine zuverlässige Blutdruckmessung oder einen körperlichen Check-up beim Arzt ersetzen.

Welcher Sport bei Bluthockdruck empfehlenswert ist, gibt es hier zu lesen.

doc

Elke Bergau

Leitung

Zentrum für Prävention, Therapie, Rehabilitation und sportmedizinische Diagnostik
Standort Marien Hospital Herne

Fon: 02323 499-1430
E-Mail: zptrs@marienhospital-herne.de