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Die Anzeige des Thermometers klettert wieder hoch, die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite – der Sommer ist da. Bei heißen Temperaturen ist vor allem eines besonders wichtig: viel trinken. Denn schwitzen wir viel, etwa bei körperlicher Anstrengung oder aufgrund von Hitze, verlieren wir Flüssigkeit. Da der menschliche Körper zu etwa 60 Prozent aus Wasser besteht, muss dieser Verlust wieder ausgeglichen werden. Ansonsten kann es zu einem Flüssigkeitsmangel kommen. Wie sich dieser äußert und was es beim Trinken zu beachten gilt, erklären unsere Experten.

Ein erwachsener Mensch verliert täglich circa 2,5 Liter Wasser durch Ausscheidungen und über die Haut. Um den eigenen Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, muss diese Menge daher auch wieder zugeführt werden. Knapp 0,9 Liter werden automatisch durch feste Nahrung zu sich genommen. Ein gesunder Erwachsener sollte deshalb zusätzlich mindestens 1,5 Liter Wasser am Tag trinken. Diese Menge kann aber eher als Richtwert gesehen werden, denn verschiedene Faktoren haben einen Einfluss darauf, wie viel ein Mensch trinken sollte.

 

„Gesunde Menschen sollten etwa 0,3 Liter pro Kilogramm Körpergewicht trinken. Bei 60 Kilogramm sollten also durchschnittlich etwa 1,8 Liter Wasser am Tag getrunken werden“

  Priv.-Doz. Dr. David Scholten, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie im Marien Hospital Witten

Das eigene Trinkverhalten anpassen

Um den individuellen Bedarf besser einschätzen zu können, kann man sich am eigenen Körpergewicht orientieren. „Gesunde Menschen sollten etwa 0,3 Liter pro Kilogramm Körpergewicht trinken. Bei 60 Kilogramm sollten also durchschnittlich etwa 1,8 Liter Wasser am Tag getrunken werden“, erklärt Dr. David Scholten, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie des Marien Hospital Witten.

„Wichtig ist, diese Trinkmenge nicht in großen Portionen zu sich zu nehmen, denn der Darm kann nur rund 0,5 bis 0,8 Liter Flüssigkeit pro Stunde aufnehmen. Ein Überschuss kann nicht gespeichert werden und wird einfach wieder ausgeschieden“. Es sollten also lieber in regelmäßigen Abständen kleine Mengen getrunken werden, um den Körper durchgehend mit Flüssigkeit zu versorgen. Eine Ausnahme besteht allerdings bei Erkrankungen wie Durchfall oder Erbrechen, da hier der Flüssigkeitsverlust höher ist als normal. Bei körperlicher Anstrengung oder heißem Wetter sollte das eigene Trinkverhalten ebenfalls angepasst werden.

Ein heißer Sommertag – Eine schweißtreibende Angelegenheit

Steigen die Temperaturen draußen an, wird vieles mühseliger und anstrengender und selbst geringe körperliche Anstrengungen bringen einen da schon mal aus der Puste. Die Folge: der Körper schwitzt stärker und verliert so mehr Wasser als gewöhnlich. Um die verlorene Flüssigkeit wieder auszugleichen, muss deshalb an heißen Sommertagen besonders viel getrunken werden, um einen Flüssigkeitsmangel und Beschwerden, die daraus entstehen können, zu vermeiden.   

Was bei Sport im Sommer beachtet werden sollte, gibt es hier zum Nachlesen.

Zu wenig getrunken? Warnsignale des Körpers erkennen

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie viel sie trinken sollten und der eigene Flüssigkeitsbedarf gerät im Laufe des Tages schon einmal in Vergessenheit. In der Regel macht sich ein Flüssigkeitsmangel dann durch Durst oder einen trockenen Mund bemerkbar. Es gibt aber auch Beschwerden, die Betroffene nicht direkt damit in Verbindung bringen, zu wenig getrunken zu haben.

 

„Ein Flüssigkeitsmangel stellt für junge Menschen nur selten ein echtes medizinisches Problem dar, da sie einem starken Durstgefühl automatisch nachkommen. Dies gilt für alte Menschen nicht in gleicher Weise.“

  Prof. Dr. Timm Westhoff, Chefarzt der Medizinischen Klinik I im Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

So sind auch Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen ein häufiges Anzeichen für einen Flüssigkeitsmangel. „Dennoch stellt ein Flüssigkeitsmangel für junge Menschen nur selten ein echtes medizinisches Problem dar, da sie einem starken Durstgefühl automatisch nachkommen. Dies gilt für alte Menschen nicht in gleicher Weise“, erläutert Prof. Dr. Timm H. Westhoff, Klinikdirektor der Medizinischen Klinik I des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. „Bei ihnen kann es dadurch zu Kreislaufproblemen und Schwindel kommen, ganz unabhängig vom Wetter.“ Auch der Urin kann einen Hinweis darauf geben, ob der Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist: Ist dieser dunkel gefärbt und die Menge geringer als normalerweise, sollte zum Wasserglas gegriffen werden.

 

„Um zu überprüfen, ob eine Austrocknung bereits eingesetzt hat, kann ein einfacher Selbsttest durchgeführt werden. Dafür wird die Haut, zum Beispiel am Handrücken, zusammengekniffen und hochgezogen. Sollte sie sich danach nicht direkt wieder glätten, sondern kurzzeitig stehen bleiben, ist dies ein typisches Kennzeichen für eine Exsikkose.“

  Prof. Dr. Klaus Kisters, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des St. Anna Hospital Herne

Flüssigkeitsmangel nicht auf die leichte Schulter nehmen

Wird auf die Signale des Körpers nicht reagiert, kann ein andauernder Flüssigkeitsmangel zu einer sogenannten Exsikkose führen, einer Austrocknung des Körpers. „Um zu überprüfen, ob eine solche Austrocknung bereits eingesetzt hat, kann ein einfacher Selbsttest durchgeführt werden. Dafür wird die Haut, zum Beispiel am Handrücken, zusammengekniffen und hochgezogen. Sollte sie sich danach nicht direkt wieder glätten, sondern kurzzeitig stehen bleiben, ist dies ein typisches Kennzeichen für eine Exsikkose“, erklärt Prof. Dr. Klaus Kisters, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des St. Anna Hospital Herne.

Bei einem leichten Mangel reicht es dann aus, viel zu trinken. Liegt ein schwerer Flüssigkeitsmangel vor, sind Infusionen notwendig. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn steigt das Wasserdefizit im Körper weiter an, kann dies sogar lebensbedrohlich werden. Deshalb ist es wichtig, den eigenen Flüssigkeitshaushalt stets im Blick zu behalten und auf die Bedürfnisse des Körpers zu hören. Ältere Menschen sollten außerdem regelmäßig zum Trinken aufgefordert werden, da neben dem Durstgefühl auch die Flüssigkeitsreserven im Alter abnehmen.

Ihre Experten

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Priv.-Doz. Dr. med. David Scholten

Chefarzt

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Marien Hospital Witten

Fon: 02302 - 173 - 1371

medizinischeklinik@marien-hospital-witten.de

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Prof. Dr. med. Timm H. Westhoff

Klinikdirektor

Medizinische Klinik I - Allgemeine Innere, Nephrologie und Hypertensiologie, Gastroenterologie, Pneumologie
Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

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Prof. Dr. Klaus Kisters

Chefarzt
Klinik für Innere Medizin
St. Anna Hospital Herne
Fon 02325 - 986 - 2101
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