Symbolbild PMS

Schlechte Laune, Kopfschmerzen oder ein aufgeblähter Bauch – Viele Frauen haben jeden Monat in den Tagen vor ihren Tagen mit solchen und anderen Beschwerden zu kämpfen. Schuld daran ist häufig das sogenannte Prämenstruelle Syndrom, kurz PMS. Etwa drei Viertel aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden darunter. Was es damit genau auf sich hat und was betroffene Frauen tun können: Unsere Experten klären auf.

 

„Die Beschwerden können bis zu 14 Tage vor der Menstruation beginnen und verschwinden dann typischerweise wieder mit dem Einsetzen der Blutung.“

  Prof. Dr. Clemens Tempfer, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

Das Prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, bezeichnet verschiedene körperliche, aber auch psychische Symptome, die in der zweiten Hälfte des weiblichen Zyklus auftreten können. „Die Beschwerden können bis zu 14 Tage vor der Menstruation beginnen und verschwinden dann typischerweise wieder mit dem Einsetzen der Blutung“, erklärt Prof. Dr. Clemens Tempfer, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Wodurch PMS genau verursacht wird, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Es wird aber vermutet, dass Hormonschwankungen während des Zyklus eine entscheidende Rolle spielen.  

Beschwerden sind vielfältig

Die Symptome des PMS sind von Frau zu Frau verschieden. Einige Frauen klagen beispielsweise über Heißhungerattacken, wohingegen andere gar keinen Appetit verspüren. Auch können sich die Beschwerden monatlich verändern oder unterschiedlich stark ausgeprägt sein. „Symptome, die häufig auftreten, sind Kopf- und Unterleibsschmerzen, Spannungsgefühle in der Brust, aber auch Verdauungsprobleme wie Übelkeit oder ein Blähbauch. Die Liste der möglichen Beschwerden ist lang“, so Prof. Dr. Sven Schiermeier, Direktor des Zentrums für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe. Neben dem körperlichen Befinden leidet oftmals auch die Psyche. 

 

„Symptome, die häufig auftreten, sind Kopf- und Unterleibsschmerzen, Spannungsgefühle in der Brust, aber auch Verdauungsprobleme wie Übelkeit oder ein Blähbauch. Die Liste der möglichen Beschwerden ist lang."

  Prof. Dr. Sven Schiermeier, Direktor des Zentrums für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe

Warum bin ich heute so genervt?

Viele Frauen kennen das Gefühl, sich auf einmal gereizt oder sogar wütend zu fühlen, ohne den genauen Grund dafür zu kennen. Der Blick in den Kalender gibt da häufig den entscheidenden Hinweis: die Periode steht vor der Tür. Denn durch PMS gerät nicht nur das körperliche Befinden ins Schwanken, sondern auch das seelische. Wie äußert sich das? Vor ihren Tagen sind betroffene Frauen oftmals gereizt oder aggressiver als sonst. Einige Betroffene fühlen sich aber auch niedergeschlagen, überfordert, traurig oder sogar depressiv. Stimmungsschwankungen treten ebenfalls häufig auf.  Auch in Bezug auf die Psyche können die Symptome und deren Intensität sehr unterschiedlich sein.

Sind die psychischen Belastungen so groß, dass Privatleben und Beruf deutlich eingeschränkt werden, handelt es sich um eine Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS). Diese kommt nur bei etwa fünf Prozent der Frauen vor und ist im Gegensatz zum PMS als eigenständige Erkrankung anerkannt.

PMS oder kein PMS, das ist hier die Frage

Wenn Betroffene den Verdacht haben, an PMS zu leiden, sollten sie dies mit ihrem Gynäkologen abklären. Denn aufgrund der vielfältigen Symptome aus unterschiedlichsten Bereichen, sollten andere Beschwerden als Ursache ausgeschlossen werden. „Um das Prämenstruelle Syndrom feststellen zu können, sind zunächst die Krankengeschichte und die vorliegenden Symptome wichtig“, erläutert Valentin Menke, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des St. Anna Hospital Herne.

 

„Um herauszufinden, ob die Symptome zyklusbedingt auftreten, ist es außerdem hilfreich, ein sogenanntes Regeltagebuch zu führen. In dieses trägt die Patientin ihren Monatszyklus über einen gewissen Zeitraum ein und dokumentiert, wann welche Beschwerden auftreten.“

  Valentin Menke, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des St. Anna Hospital Herne

„Um herauszufinden, ob die Symptome zyklusbedingt auftreten, ist es außerdem hilfreich, ein sogenanntes Regeltagebuch zu führen. In dieses trägt die Patientin ihren Monatszyklus über einen gewissen Zeitraum ein und dokumentiert, wann welche Beschwerden auftreten.“ Am besten wird diese Auflistung schon vor dem Termin beim Gynäkologen gemacht, um dem Arzt genaue Informationen geben zu können. Im Anschluss erfolgt dann eine körperliche Untersuchung, um Erkrankungen wie Endometriose oder eine Schilddrüsenunterfunktion ausschließen zu können.

„Bei einer Endometriose bildet sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, z. B. an den Eierstöcken oder dem Bauchfell. Dadurch können unter anderem regelabhängige Unterleibsschmerzen entstehen. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch, kann mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen. Es ist daher wichtig, festzustellen, ob die Beschwerden durch eine Endometriose verursacht werden und diese zu behandeln“, betont Valentin Menke. Bei psychischen PMS-Symptomen wird außerdem überprüft, ob eine Depression oder eine Angststörung die Ursache sein könnte.

Mehr zum Thema Endometriose und Kinderwunsch, gibt es hier zum Nachlesen.

Was tun bei Beschwerden?

Die Behandlung von PMS richtet sich vor allem nach der Art und Schwere der Symptome. Bei leichten Beschwerden reicht es oft, den eigenen Lebensstil anzupassen: genügend Schlaf, regelmäßige Bewegung, Entspannungsphasen und Stressvermeidung können helfen. Auch eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, sich besser zu fühlen. Auf Alkohol oder Koffein sollte beispielsweise eher verzichtet werden, da sie die Symptome des PMS verstärken können. Bei Unterleibsschmerzen kann eine Wärmflasche Linderung verschaffen. Bei starken Beschwerden reicht eine solche Behandlung jedoch oftmals nicht aus, um die Symptome zu lindern. In solchen Fällen kann eine Therapie mit Medikamenten notwendig sein. Dafür können neben Schmerzmitteln auch hormonelle Verhütungsmittel eingesetzt werden. Welche Behandlung individuell die richtige ist, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Ihre Experten

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Prof. Dr. Sven Schiermeier
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Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe - Katholische Kliniken Rhein-Ruhr, Standorte Witten und Wanne-Eickel
Fon 02302 - 173 - 1323
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Prof. Dr. Clemens Tempfer
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Valentin Menke
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