„Mit nur einer Niere zu leben bedeutet nicht automatisch, dass man eingeschränkt ist. In den meisten Fällen übernimmt die verbleibende Niere einen großen Teil der Filterleistung. Wenn es zu einer Einschränkung der Nierenfunktion kommt, wird diese oft erst spürbar, wenn weniger als 30 Prozent der Funktion erhalten sind. Im Nachgang betrachtet, sagen viele Patienten mit dem Wissen um ihre Niereninsuffizienz, dass sie es doch vorher bemerkt haben, die oftmals sehr unspezifischen Symptome jedoch nicht richtig zuordnen konnten. Jedenfalls ist es medizinisch wichtig, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um einen weiteren Funktionsverlust zu bremsen, denn bei einer Leistung von unter 30 Prozent ist es oftmals zu spät, um den weiteren Prozess aufzuhalten. Viele Menschen, die eine Niere verlieren, haben jedoch 80 Prozent oder sogar mehr Funktionsleistung, mit der sie gut leben können. Jeder Fall ist unterschiedlich. Allen gemein ist aber, dass es besonders wichtig ist, auf die verbliebene Niere zu achten, zum Beispiel durch regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks, das Vermeiden von schädlichen Medikamenten, das Senken von Blutfetten und die richtige Behandlung von Diabetes“, erklärt Dr. Panagiota Zgoura, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin im St. Anna Hospital Herne.