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Welcher Impfschutz ist empfehlenswert? Urlaub ohne Nebenwirkungen

Die Ferien rücken immer näher, die Vorfreude auf den wohlverdienten Urlaub steigt. Ausgestattet mit der neuesten Ski- oder Bademode und einer Reiselektüre kommt meist noch eine kleine Reiseapotheke ins Gepäck. Darüber hinaus wird jedoch selten ein Gedanke an eine umfassende reisemedizinische Vorbereitung durch Impfungen verschwendet. Unsere Expertin klärt auf: Welcher Impfschutz ist empfehlenswert? Sind Impfungen nur für Fernreisen sinnvoll?

Reisen innerhalb Deutschlands und ans Mittelmeer gehören zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen. „Entscheidet man sich für einen Wanderurlaub in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, sollte man sich gegen die durch Zecken übertragbare Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, impfen lassen“, erläutert Petra Stuckmann, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Allergologie und reisemedizinische Gesundheitsberatung im MVZ Herne – Ärzte Hölkeskampring. Dabei handelt es sich um eine Viruserkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen und Fieber beginnt und in einer zweiten Phase zu erneutem Fieber mit einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen kann. „Für den gesamten Mittelmeerraum sowie den Orient, Afrika und Südamerika ist hingegen eine Impfung gegen Hepatitis A empfehlenswert, da in Spanien, Italien und Co. das Risiko stark erhöht ist, an dieser Form der Gelbsucht zu erkranken“, so die Ärztin. Ausgelöst wird diese Entzündung der Leber beispielsweise durch verunreinigtes Nahrungsmittel oder Trinkwasser, das nach Konsum dann zu Übelkeit und Durchfall führen kann. „Bei manchen Patienten kommt es zusätzlich zu einer Gelbfärbung der Augen und der Haut.“

Innerhalb Europas empfiehlt die Expertin darüber hinaus, die Standardimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten aufzufrischen und sich bei Fernreisen zusätzlich gegen Polio impfen zu lassen. Bei Individualreisen sind zusätzlich Impfungen gegen Tollwut, Meningitis und Typhus empfehlenswert, bei Reisen nach Asien auch Impfungen gegen die Japanische Enzephalitis, einer meist tödlichen Hirnerkrankung. Bei Pauschalreisen mit überwiegenden Aufenthalten in Städten sind diese nicht unbedingt erforderlich. „Mit Tollwut sind oft streunende Hunde und Katzen infiziert. Durch einen Biss übertragen die Tiere das Virus dann auf den Menschen“, so Stuckmann. Bemerkbar macht sich die Erkrankung durch unspezifische Symptome, die von Fieber über Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu Krämpfen der Schlund- und Atemmuskulatur mit überwiegend tödlichem Ausgang reichen. „Bei nicht geimpften Betroffenen ist es wichtig, sofort nach einem Tierbiss einen Arzt aufzusuchen und nicht erst zu warten, bis Symptome auftreten. Nur so kann rechtzeitig mit der Therapie begonnen werden.“

Bei tropischeren Reisezielen wie Afrika, Asien oder Mittel- und Südamerika ist eine Impfung gegen Hepatitis A und B, Tollwut sowie Polio und Typhus zu empfehlen. „Zusätzlich würde ich zu einer Gelbfieberimpfung raten, denn Gelbfieber ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch Stechmücken übertragen wird. Besonders in Afrika sind die Gelbfieberfälle sehr hoch, aber auch in Mittel- und Südamerika tritt die Erkrankung immer wieder auf. In manchen Ländern ist die Impfung sogar Pflicht, vor allem dann, wenn Landesgrenzen innerhalb des sogenannten Gelbfiebergürtels überschritten werden“, so die reisemedizinische Expertin.

Grundsätzlich gilt aber: „Egal wo die Reise hinführt, der Impfschutz sollte stets von einem impferfahrenen Arzt überprüft werden, denn Gefahren lauern nicht nur auf Fernreisen.“ Wer sich vor dem Urlaubsantritt über Vorsorgemaßnahmen – beispielsweise auch über einen Malaria-Schutz – informieren und zum passenden Impfschutz beraten lassen möchte, kann bei niedergelassenen Reisemedizinern oder in Medizinischen Versorgungszentren einen Termin vereinbaren.

Ihre Expertin

doc

Petra Stuckmann

Fachärztin
MVZ Herne – Ärzte Hölkeskampring
Fon 02323 499-1970
info@mvz-herne.com