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Unbekannte Gebärmuttererkrankung Was Sie über Myome wissen müssen

Sie sind kugelrund, kommen in den unterschiedlichsten Größen vor und wachsen meist unbemerkt in der Gebärmutter – die Rede ist von Myomen. Positiv ist, dass diese Wucherungen gutartig sind. Jedoch sind sie weit verbreitet. Jede zweite bis dritte Frau hat sie, häufig ohne es zu wissen. Dabei können sie beispielsweise der Grund für eine ungewollte Kinderlosigkeit sein. Die Experten Prof. Dr. Sven Schiermeier, Direktor des Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr an den Standorten Witten und Wanne-Eickel und Valentin Menke, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des St. Anna Hospital Herne, erklären, was Myome eigentlich sind und wie man sie behandeln kann.

Was sind Myome?

Myome sind gutartige Tumore, die sich in der Gebärmutter bilden. Gutartig bedeutet, dass die Wucherungen mit einer Hülle von dem normalen Gewebe getrennt sind, nicht in das Organ einwachsen und dieses oder umliegendes Gewebe zerstören. Rund 80 Prozent der Myome werden bei Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr diagnostiziert. Warum sie sich bilden ist noch unklar. Es wird vermutet, dass die genetische Veranlagung und der Hormonhaushalt der Frau eine Rolle spielen.

Die Größe der Myome reicht von wenigen Millimetern bis weit über 10 Zentimeter. „Nur sehr selten treten Myome einzeln auf. Meist kommen sie vermehrt vor und können schließlich auch zu einer Größenzunahme der Gebärmutter auf das Vielfache ihrer Ausgangsgröße führen“, erklärt Prof. Schiermeier.

 

„Nur sehr selten treten Myome einzeln auf. Meist kommen sie vermehrt vor."

  Prof. Dr. Sven Schiermeier, Direktor des Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe

Myome wachsen größtenteils in der Muskelschicht der Gebärmutter. Verantwortlich für das Wachstum sind weibliche Geschlechtshormone, wie Östrogen. Mit sinkendem Hormonspiegel bilden sie sich nach den Wechseljahren häufig zurück und verursachen weniger Beschwerden.

Sind Myome schmerzhaft?

In den meisten Fällen verursachen Myome keine Beschwerden oder Komplikationen. Sollten diese dennoch auftreten, äußern sie sich meist in Form von Schmerzen und starken Blutungen während der Periode. „Es kann auch passieren, dass die Wucherungen auf Nachbarorgane wie die Harnblase oder den Enddarm drücken und entsprechend zu Beschwerden beim Wasserlassen, beim Stuhlgang oder zu Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule führen“, so Menke. Zudem können Myome auch die Fruchtbarkeit beeinflussen und ein Grund für ungewollte Kinderlosigkeit oder Fehlgeburten sein. Weitere Informationen über Kinderwunsch-Therapien gibt es hier. Um Myome zu erkennen, greifen die Mediziner meist auf eine Ultraschalluntersuchung und das Abtasten der Gebärmutter zurück. Manchmal ist zusätzlich noch eine MRT-Untersuchung notwendig.

Welche Behandlungsverfahren gibt es?

Myome werden in der Regel nur dann behandelt, wenn Beschwerden auftreten oder Komplikationen drohen. In nahezu allen Fällen wählen die Experten für die Myomentfernung einen minimal-invasiven Eingriff – also eine Operation mit wenigen, sehr kleinen Schnitten und kaum sichtbaren Narben. In einigen Fällen kann die Entfernung sogar ganz ohne Schnitte erfolgen. Die Art der Operation ist stark abhängig davon, ob ein Kinderwunsch besteht und wird mit jeder Patientin individuell besprochen.

Myomentfernung ohne Narben

Die moderne Medizin ermöglicht die Anwendung eines neuen schnittfreien Verfahrens zur Myomtherapie mit dem Einsatz von Radiofrequenzenergie. Bei der sogenannten Radiofrequenzablation verwendet der behandelnde Arzt eine Sonde, die vaginal eingeführt wird und über Ultraschallwellen die Position des Myoms feststellen kann. „Das Myom wird durch den gezielten Einsatz von hochfrequentem Strom geschrumpft und bildet sich nach der Behandlung mit der Zeit zurück. Da über einen kurzen Zeitraum extreme Hitze erzeugt wird, schrumpft das Myom besonders schnell und die Patientinnen empfinden weniger Schmerzen“, berichtet Prof. Schiermeier. Der Eingriff dauert häufig nicht länger als eine Viertelstunde und es ist möglich, in einer Sitzung mehrere Myome zu behandeln. Da keine Schnitte nötig sind, eignet sich das Verfahren besonders bei Patientinnen, die – auf Grund bestehender Kaiserschnitt- oder sonstiger Operationsnarben – weitere Narbenbildung am Bauch verhindern wollen. Wie dieses Verfahren genau funktioniert, erklärt Prof. Schiermeier hier im Video.

Eingriffe mit kleinsten Narben

Neben der Radiofrequenzablation gibt es noch weitere moderne und gewebeschonende Möglichkeiten zur Myomentfernung. Einen Überblick über weitere Behandlungsverfahren gibt es hier.

Ihre Experten

doc

Prof. Dr. Sven Schiermeier

Direktor

Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe - Katholische Kliniken Rhein-Ruhr, Standorte Witten und Wanne-Eickel

Fon 02302 - 173 - 1323

doc

Valentin Menke

Chefarzt

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

St. Anna Hospital Herne

Fon 02325 - 986 - 2301