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Draußen ist es kalt und es schneit, im Haus ist es warm und gemütlich. Gerade diese Gemütlichkeit wird häufig von einer Erkältung gestört. Die Nase läuft und das Niesen hört nicht auf. Um nicht so viel Aufmerksamkeit zu bekommen oder ihre Mitmenschen vor Keimen zu schützen, versuchen viele Menschen in der Öffentlichkeit das Niesen zu unterdrücken. Doch das könnte gefährlich werden.

Die Auslöser

Wie entsteht das Niesen und warum machen wir das überhaupt? Niesen ist ein Schutzreflex des Körpers, um sich gegen Fremdkörper zu wehren. Ob es sich dabei um Staub, Bakterien, Viren, Mikroorganismen, Pollen, Insekten oder Nasensekret handelt, spielt keine Rolle – alles, was die Nasenschleimhaut reizt, kann den Niesreflex auslösen.

 

„Der Niesreflex erfolgt über Sensoren an den Flimmerhärchen in der Nase und chemischen Sensoren der Schleimhaut des Atemtrakts“. - Prof. Dr. Klaus Kisters, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, St. Anna Hospital Herne

 

Prof. Dr. Klaus Kisters, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des St. Anna Hospital Herne, erklärt: „Der Niesreflex erfolgt über Sensoren an den Flimmerhärchen in der Nase und chemischen Sensoren der Schleimhaut des Atemtrakts“. Aber wie sieht es bei Erkältungen aus? „Aufgrund der Reizung der Nasenschleimhäute durch die Erkältungserreger kommt es zum Niesen.

Ziel dabei ist es, die Nase von Schleim, Schmutzpartikeln und Erregern zu befreien“, erklärt Petra Stuckmann, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Allergologie und reisemedizinische Gesundheitsberatung im MVZ Herne – Ärzte Hölkeskampring. Grundsätzlich erfordern Erkältungen keinen Besuch beim Hausarzt, sondern lassen sich gut zuhause auskurieren. Erst wenn die Symptome der Erkältung schwerwiegend sind, zum Beispiel hohes Fieber oder Luftnot, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ablauf des Niesens

„Das Niesen ist eine typische körperliche Reaktion zum Beispiel auf eine Erkältung. Viren und Bakterien werden damit aus dem Körper geworfen“, erklärt Prof. Dr. Timm Westhoff, Chefarzt der Med. Klinik I im Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Dabei läuft es immer in drei Schritten ab: Zunächst holen wir tief Luft, halten diese dann für einen kurzen Moment und stoßen sie anschließend explosionsartig wieder aus.

 

„Das Niesen ist eine typische körperliche Reaktion zum Beispiel auf eine Erkältung. Viren und Bakterien werden damit aus dem Körper geworfen.“ - Prof. Dr. Timm Westhoff, Chefarzt der Med. Klinik I, Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

 

So wird der Fremdkörper ausgeworfen. Also ist Niesen nicht mehr als ein schwallartiges Ausatmen. Allerdings ein sehr schnelles Ausatmen: Die ausgestoßene Luft kann Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h erreichen und ist damit fast so schnell wie ein Orkan.

 

Zwar sind gesundheitliche Folgen selten, sie können aber dennoch vorkommen. Beispiele dafür sind: Ein geplatztes Trommelfell, Hörverlust oder sogar eine Hirnblutung.“ - Priv.-Doz. Dr. David Scholten, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie, Marien Hospital Witten

 

Bloß nicht aufhalten!

Generell sollte der Niesreiz nicht unterdrückt werden, denn der Druck, der sich aufbaut, um die Fremdkörper zu entfernen, muss entweichen. Halten wir die Nase und den Mund zu, kann der Druck nicht auf normalen Wege entweichen, sondern muss sich einen Alternativweg suchen. „Zwar sind gesundheitliche Folgen selten, sie können aber dennoch vorkommen. Beispiele dafür sind: Ein geplatztes Trommelfell, Hörverlust oder sogar eine Hirnblutung“, so Priv.-Doz. Dr. David Scholten, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie im Marien Hospital Witten.

Um Familie, Freunde und Arbeitskollegen vor den ausgestoßenen Viren zu schützen, sollte in ein Taschentuch geniest werden. Außerdem ist danach Händewaschen Pflicht! So schützt man sich und seine Mitmenschen.

Übrigens: Der Mythos, dass die Augen aus den Augenhöhlen fallen, wenn mit offenen Augen geniest wird, ist falsch. Die Augen schließen sich automatisch, da sich die Bauch-, Gesäß- und Gesichtsmuskulatur anspannen.

doc

Prof. Dr. Timm Westhoff

Direktor, Medizinische Klinik I - Allgemeine Innere, Nephrologie, Gastroenterologie, Pneumologie
Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
Fon 0 23 23 - 499 - 16 71
innere-medizin@marienhospital-herne.de

doc

Prof. Dr. Klaus Kisters

Chefarzt
Klinik für Innere Medizin
St. Anna Hospital Herne
Fon 02325 - 986 - 2101
medklinik1@annahospital.de

doc

Priv.-Doz. Dr. David Scholten

Chefarzt
Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie
Marien Hospital Witten
Fon 0 23 02 - 173 - 13 71
medizinischeklinik@marien-hospital-witten.de

doc

Petra Stuckmann

Fachärztin
MVZ Herne – Ärzte Hölkeskampring
Fon 02323 499-1970
info@mvz-herne.com