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Morbus Crohn Wenn Durchfall und Bauch-schmerzen auf der Tagesordnung stehen

Bauchschmerzen, Durchfall und Abgeschlagenheit sind Symptome, die auf verschiedenste Ursachen zurückzuführen sind. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum auftreten, kann Morbus Crohn dahinterstecken. Wie die chronisch-entzündliche Darmerkrankung diagnostiziert und die Symptome behandelt werden können, erklären die Experten der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr.  

Symptome von Morbus Crohn

Patienten, die an Morbus Crohn erkrankt sind, leiden vor allem unter krampfartigen Bauchschmerzen und Durchfällen, die zu den Hauptsymptomen zählen und in Schüben auftreten. „Schmerzen treten bei Betroffenen vor allem im unteren rechten Bauch auf und ähneln somit Symptomen einer Blinddarmentzündung“, erklärt Dr. Viktor Rempel, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie des St. Anna Hospital Herne. Während eines akuten Schubs können außerdem mehrmals am Tag Durchfälle auftreten. Dadurch wird die Nährstoffaufnahme gestört und es besteht die Gefahr eines Gewichtsverlusts. Darüber hinaus zeichnet sich ein akuter Morbus Crohn Schub durch ein allgemeines Krankheitsgefühl aus, das durch Fieber und Erschöpfung begleitet wird.

 

 

"Schmerzen treten bei Betroffenen vor allem im unteren rechten Bauch auf und ähneln somit Symptomen einer Blinddarmentzündung."

  Dr. Viktor RempelChefarzt der Klinik für Gastroenterologie des St. Anna Hospital Herne

Die Symptome werden durch Entzündungen hervorgerufen, die im gesamten Verdauungstrakt vorkommen können. In den meisten Fällen ist der letzte Abschnitt des Dünndarms oder der Dickdarm betroffen. Je nach Ausprägung der Entzündung leiden Patienten unter starken oder weniger starken Symptomen.

Verschiedene Ursachen

Wie Morbus Crohn entsteht, ist nicht abschließend geklärt. Experten nehmen jedoch an, dass eine Vielzahl an Faktoren einen Einfluss auf die Entstehung der Krankheit ausübt.  Dazu zählen z. B. genetische Veranlagungen oder eine übersteuerte Autoimmunreaktion des Körpers.

 

„Zur Anamnese zählen zunächst eine Tastuntersuchung des Bauches sowie eine Blutuntersuchung, die Aufschluss über Veränderungen im Blutbild geben kann."

  Priv.-Doz. Dr. David Scholten Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Pneumologie des Marien Hospital Witten

So wird Morbus Crohn diagnostiziert

Diagnostiziert wird Morbus Crohn mithilfe verschiedener medizinischer Verfahren. „Zur Anamnese zählen zunächst eine Tastuntersuchung des Bauches sowie eine Blutuntersuchung, die Aufschluss über Veränderungen im Blutbild geben kann“, erklärt Priv.-Doz. Dr. David Scholten, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Pneumologie des Marien Hospital Witten.

Zur weiteren Diagnosestellung wird unter anderem eine Ultraschalluntersuchungdurchgeführt, die verdickte Darmwände, ein weiteres Symptom von Morbus Crohn, aufzeigt. Ob akute Entzündungen des Darms vorliegen kann außerdem durch die Magnetresonanztomografie festgestellt werden.

 

Um die Diagnose zu bestätigen, erfolgt bei vielen Patienten eine Darmspiegelung mit der das Gewebe vollständig untersucht und Entzündungen im Darm erkannt werden können. „In einigen Fällen ist keine sichere Diagnosestellung möglich, da die Symptome auch durch infektiöse Darmerkrankungen hervorgerufen werden können. Dann muss in der Regel die Wirkung der Therapie abgewartet werden“, erklärt Prof. Dr. Timm Westhoff, Direktor der Medizinischen Klinik I – Allgemeine Innere, Nephrologie, Gastroenterologie, Pneumologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.

 

„In einigen Fällen ist keine sichere Diagnosestellung möglich, da die Symptome auch durch infektiöse Darmerkrankungen hervorgerufen werden können. Dann muss in der Regel die Wirkung der Therapie abgewartet werden."

  Prof. Dr. Timm Westhoff Direktor der Medizinischen Klinik I – Allgemeine Innere, Nephrologie, Gastroenterologie, Pneumologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

Medikamentöse Therapie

Die Behandlung von Morbus Crohn zielt vordergründig darauf ab, die Beschwerden der Patienten zu lindern. Eine vollständige Heilung der Erkrankung ist bisher nicht möglich. Zur medikamentösen Therapie der Symptome werden entzündungshemmende Präparate und Immunsuppressiva eingesetzt.

Operative Maßnahmen

Eine operative Behandlung bei Morbus Crohn kommt erst dann in Betracht, wenn die Symptome nicht medikamentös behandelt werden können oder Komplikationen wie z. B. eine Fistel oder eine Verklebung mehrerer Darmschlingen auftreten. In diesen Fällen kann ein besonders entzündeter Darmabschnitt operativ entfernt werden.

Ihre Experten

doc

Priv.-Doz. Dr. David Scholten

Chefarzt
Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie
Marien Hospital Witten
Fon 0 23 02 - 173 - 13 71
medizinischeklinik@marien-hospital-witten.de

doc

Prof. Dr. med. Timm H. Westhoff

Klinikdirektor

Medizinische Klinik I - Allgemeine Innere, Nephrologie und Hypertensiologie, Gastroenterologie, Pneumologie
Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

Fon: 02323 - 499 - 1671

innere-medizin@marienhospital-herne.de