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Feste, Feiern, Vorhofflimmern? Das Holiday Heart Syndrom

Der Sommer ist da! Für viele bedeutet das: endlich wieder Urlaub, Partys und Festivals. Schnelle Beats, üppiges Essen und übermäßiger Alkoholkonsum lassen das Party-Herz höher schlagen – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn insbesondere nach exzessiven Partynächten kann es zu Vorhofflimmern kommen. Dieses Phänomen, von dem auch junge, gesunde Menschen betroffen sind, bezeichnen Experten als Holiday Heart Syndrom. Doch wie gefährlich ist das? Und was sollten Betroffene beachten?

Vorhofflimmern kommt eigentlich überwiegend bei älteren Menschen vor. Es ist die häufigste Herzrhythmusstörung, bei der die Herzvorhöfe nicht mehr richtig pumpen, sondern tatsächlich nur noch flimmern, das Herz ist aus dem Takt.

 

„In etwa 90 % der Fälle handelt es sich beim Holiday Heart Syndrom um ein harmloses Geschehen, das kurzzeitig auftritt und nicht lebensbedrohlich ist. Bei einigen dauert das Vorhofflimmern jedoch länger an oder tritt innerhalb eines Jahres erneut auf.“

  Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe, Chefarzt der Kardiologischen Klinik des Marien Hospital Witten

Wie entsteht Vorhofflimmern?

Die Ursachen für Vorhofflimmern sind vielfältig. Sie reichen von Bluthochdruck oder einer Schilddrüsenüberfunktion bis hin zu verschiedenen anderen Herzerkrankungen wie der koronaren Herzkrankheit. Wenn Vorhofflimmern bei jüngeren Menschen auftritt, ist oft übermäßiger Alkoholkonsum der Auslöser. Da dies häufig im Urlaub oder am Wochenende passiert, spricht man vom Holiday Heart Syndrom. „In etwa 90 % der Fälle handelt es sich beim Holiday Heart Syndrom um ein harmloses Geschehen, das kurzzeitig auftritt und nicht lebensbedrohlich ist“, entwarnt Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe, Chefarzt der Kardiologischen Klinik des Marien Hospital Witten. „Bei einigen dauert das Vorhofflimmern jedoch länger an oder tritt innerhalb eines Jahres erneut auf.“

Wann sollte man zum Arzt?

Typische Symptome von Vorhofflimmern sind unregelmäßiger, zu schneller Herzschlag verbunden mit Atemnot und Brustschmerz, Schwindel sowie ein Angst- oder Beklemmungsgefühl. „Wer öfter spürt, dass sein Herz unregelmäßig oder ungewöhnlich schnell schlägt, sollte deshalb sicherheitshalber immer einen Arzt aufsuchen“, empfiehlt Dr. Hippe. Denn Vorhofflimmern kann gefährlich sein: Durch den unregelmäßigen Herzschlag kann es zu Blutgerinnseln und Schlaganfällen oder zu einer Herzschwäche kommen. Außerdem sollten andere Herzrhythmusstörungen, wie etwa das WPW-Syndrom abgeklärt werden.

 

„Wer öfter spürt, dass sein Herz unregelmäßig oder ungewöhnlich schnell schlägt, sollte sicherheitshalber immer einen Arzt aufsuchen.“

  Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe, Chefarzt der Kardiologischen Klinik des Marien Hospital Witten
 

„Bei der Pulmonalvenenisolation werden mit Hilfe eines komplexen Verfahrens, dem sogenannten 3D-Mapping, die Herzstrukturen originalgetreu dargestellt. Dabei entstehen faszinierende Bilder, die eine präzise Orientierung im Herzen erst möglich machen – ganz ohne Röntgenstrahlen.“

  Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe, Chefarzt der Kardiologischen Klinik des Marien Hospital Witten

Wie lässt sich Vorhofflimmern behandeln?

Das Vorhofflimmern im Rahmen des Holiday Heart Syndrom muss meist nicht behandelt werden, der Herzschlag normalisiert sich von selbst. In seltenen Fällen dauert es länger als 24 Stunden an, dann ist eine sog. elektrische Kardioversion erforderlich. Dabei wird ein Stromimpuls an das Herz abgegeben, um das zu schnelle Schlagen des Herzens zu unterbrechen. Ältere Patienten mit Vorhofflimmern benötigen meistens Blutverdünner, um die Bildung von Gerinnseln im Herzen und damit Schlaganfälle zu verhindern.

Außerdem bieten sich bei diesen Patienten  elektrophysiologische Behandlungsverfahren zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen an. So etwa die Pulmonalvenenisolation. „Bei diesem Eingriff werden mit Hilfe eines komplexen Verfahrens, dem sogenannten 3D-Mapping, die Herzstrukturen originalgetreu dargestellt. Dabei entstehen faszinierende Bilder, die eine präzise Orientierung im Herzen erst möglich machen – ganz ohne Röntgenstrahlen“, erklärt Dr. Hippe. Mit Hilfe spezieller Herzkatheter lassen sich die Ursachen des Vorhofflimmerns gezielt beseitigen, indem elektrische Kurzschlüsse im Vorhof z. B. mittels Wärmeabgabe verödet werden.

Ihr Experte

doc

Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe

Chefarzt
Kardiologische Klinik
Marien Hospital Witten
Fon 02302 173-1303
kardiologie@marien-hospital-witten.de