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Gefährliche Stolperfallen 5 Tipps, um Stürze im Alter zu vermeiden

Ältere Menschen stürzen häufiger, oft mit weitreichenden Folgen: Etwa jeder 10. Sturz führt zu ernsthaften Verletzungen. Gründe können Gleichgewichtsprobleme, Schwindel, Gefühlsstörungen in den Beinen, Erkrankungen des Gehirns oder eine Sehschwäche sein. Doch viele Stürze können verhindert werden. Wir geben 5 Tipps, wie man Stolperfallen im Alter vermeiden kann.

„Im Grunde kann man die Risikofaktoren für Stürze im Alter in zwei Gruppen grob unterscheiden“, erklärt Prof. Dr. Rainer Wirth, Direktor der Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Hier behandeln er und sein Team jedes Jahr zahlreiche ältere Patienten, deren Verletzungen aus Stürzen resultieren. „Die sogenannten intrinsischen Risikofaktoren beziehen sich auf die Person selbst. Damit sind also beispielsweise Erkrankungen oder körperliche Probleme gemeint, die die Sturzgefahr erhöhen. Die extrinsischen Risikofaktoren hingegen sind jene, die sich aus dem Umfeld ergeben, in dem sich der Mensch bewegt, also zum Beispiel die Ausstattung der Wohnung, das Schuhwerk oder die Beschaffenheit des Gehweges. Um Stürzen im Alter vorzubeugen sollten beide Gruppen von Faktoren ins Auge gefasst werden.“ Dazu hat der Experte fünf Tipps zusammengestellt:

1. Sicherheit in den eigenen vier Wänden

Die meisten Stürze bei älteren Menschen ereignen sich zuhause. Daher sollte man die eigenen vier Wände genau auf ihre Sicherheit überprüfen: Lose Teppiche, schlechte Beleuchtung, fehlende Handläufe oder herumliegende Kabel können schnell zu Stolperfallen werden und sollten daher beseitigt werden. Natürlich gilt, dass auch die beste Beleuchtung nichts wert ist, wenn sie nachts auf dem Weg zur Toilette nicht eingeschaltet wird und auch der ebene Untergrund nicht vor Stürzen bewahrt, wenn das verschüttete Wasser nicht richtig weggewischt wurde!

2. Herr der Sinne sein

Ein weiterer Grund für Stürze im Alter können die nachlassenden Sinne sein: Wer nicht mehr gut sieht, für den können Bordsteinkanten, Treppenstufen oder Gullideckel zur gefährlichen Stolperfalle werden. Auch eine eingeschränkte Hörfähigkeit erschwert den Betroffenen eine gute Orientierung. Daher sollten Personen fortgeschrittenen Alters ihre Augen und ihre Brille, aber auch Gehör und Hörgerät regelmäßig überprüfen lassen. Zudem sollte auch bei sehr kurzen Strecken nie auf das Tragen der Hör- und Sehhilfe verzichtet werden.

3. Immer in Bewegung bleiben

Kraft- und Balanceübungen helfen älteren Menschen dabei, beweglich zu bleiben, den Gleichgewichtssinn zu trainieren und die Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen. Gerade wer bereits einmal gestürzt ist, hat zudem oft Angst vor einem erneuten Sturz. Dies kann dazu führen, dass sich die Betroffenen weniger bewegen und dadurch der Gang noch unsicherer wird – ein Teufelskreis. Auch leidet die Lebensqualität darunter, wenn ältere Menschen beispielsweise das Haus nicht mehr verlassen wollen. Trainingsprogramme zur Sturzprävention helfen, Ängste abzubauen und liefern wertvolle Tipps zur Vermeidung von Stürzen. Dabei können auch spezielle Geräte zum Einsatz kommen, wie beispielsweise ein innovatives Laufband, mit dem ein Stolpern simuliert werden kann.

4. In der Ruhe liegt die Kraft

Eine andere häufige Ursache für Stürze bei Senioren sind Gleichgewichtsprobleme und plötzlich auftretender Schwindel. Daher sollten zu schnelles Aufstehen, rasche Richtungswechsel und sehr kraftraubende Hausarbeit vermieden werden. Auch können die falsche Dosierung von Medikamenten oder unerwünschte Wechselwirkungen verschiedener Arzneimittel zu Schwindelzuständen führen. Daher sollten die Angaben des behandelnden Arztes stets befolgt werden.

5. Kleine Helferlein nutzen

Bei steigender Unsicherheit im Alter empfiehlt es sich, auf Hilfsmittel zurückzugreifen, um die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes zu reduzieren. So können Gehhilfen wie Gehstöcke oder ein Rollator buchstäblich eine große Stütze im Alltag sein. Ist es dennoch zum Sturz gekommen, können spezielle Hüftprotektoren das Risiko von Hüft- und Oberschenkelhalsbrüchen signifikant verringern. Das richtige Schuhwerk, wie beispielsweise rutschfeste Hausschuhe, sorgt für einen sicheren Stand.

5 Tipps, um Stürze im Alter zu vermeiden

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  • Sicherheit in den eigenen 4 Wänden
  • Herr der Sinne sein
  • Immer in Bewegung bleiben
  • In der Ruhe liegt die Kraft
  • Kleine Helferlein nutzen