thumbnail

Wenn die Speiseröhre brennt Ernährung bei Reflux und Sodbrennen

Zum Sonntagsbraten ein Gläschen Wein oder danach einen Kaffee, das gehört für viele Menschen einfach dazu. Häufig stellt sich jedoch danach ein unangenehmes, brennendes Gefühl in der Magengegend ein. Die Magensäure fließt beispielsweise beim Bücken oder aufgrund eines zu engen Gürtels zurück in die Speiseröhre und es entsteht Sodbrennen. Diese Beschwerden gehen aber häufig nach einiger Zeit wieder vorbei.

Ist das Sodbrennen hingegen ein Symptom der Refluxerkrankung, tritt dieses häufiger und wiederholt auf. Der Grund ist eine Störung des Verschlussmechanismus der Speiseröhre, beispielsweise durch eine Fehlfunktion des unteren Speiseröhrenmuskels. So können Magensaft und Galle in die Speiseröhre zurückfließen und es kommt zu Sodbrennen. Sowohl für „normales“ Sodbrennen als auch für die Refluxerkrankung gilt: Übergewicht sowie der Konsum bestimmter Genuss- und Lebensmittel sind Risikofaktoren, die das Auftreten begünstigen können.

 

„Je fetter das Essen, desto länger braucht der Magen, um es zu verdauen.“

  Karla LöbertErnährungsberaterin

Gerade Menschen, die gerne viel und fett essen, haben häufiger mit Sodbrennen zu kämpfen. „Fette werden langsamer verdaut, weshalb sich der Magen nur mit großer Verzögerung entleert“, so Karla Loebert, Ernährungsberaterin der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr. Je länger die zu verdauenden Speisen sich aber im Magen befinden, desto größer ist die Gefahr für einen Rückfluss. Auch wenn der Magen zu voll ist oder das Essen hastig in der Mittagspause herunter geschlungen wird, wird Reflux begünstigt. Betroffenen sollten daher eher mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen.

Eine Frage des Lebensstils

Auch der vermehrte Konsum von Genussmitteln, wie Zigaretten, Alkohol, Kaffee und Schokolade kann zu Sodbrennen führen. Diese reizen zum einen die Schleimhaut der Speiseröhre und regen zum anderen die Produktion der Magensäure an. Zudem wird durch Alkohol und Nikotin die Beweglichkeit des Verschlussmuskels zwischen Magen und Speiseröhre gehemmt, wodurch Magensäure leichter in die Speiseröhre gelangt.

Mit der richtigen Ernährung die Säurebildung reduzieren

 „Als weniger säureprovozierende Lebensmittel gelten Vollkornprodukte, Kartoffeln, säurearmes Obst sowie fettarme Fisch- und Fleischwaren und Milchprodukte“, berichtet Gabriele Schierenbeck, Ernährungsberaterin der St. Elisabeth Gruppe. Allgemein ist eine eiweißreiche Ernährung bei Sodbrennen zu empfehlen, da Eiweiße den sauren Magensaft neutralisieren können.

Betroffene sollten daher zu Milchprodukten, hellem Fleisch, Nüssen oder Hülsenfrüchten greifen. Goldleinsamenaufguss sowie reife Bananen können kurzzeitig helfen, den Magen zu beruhigen und Sodbrenne zu bekämpfen. Eine langfristige Umstellung der Ernährung und der Lebensgewohnheiten können sie aber nicht ersetzen.

 

"Für Refluxpatienten ist es wichtig, herauszufinden, welche Lebensmittel den Magen reizen und welche ihn beruhigen."

  Gabriele SchierenbeckErnährungsberaterin

Übergewicht kann Sodbrennen begünstigen

Auch Übergewicht ist ein begünstigender Faktor für Sodbrennen. Durch den verstärkten Druck des Körpergewichts auf den Magen gelangt die Magensäure leichter in die Speiseröhre. Aus dem gleichen Grund sollten Betroffene auch darauf verzichten, zu enge Kleidung zu tragen. Ein Mangel an Bewegung, der häufig mit Übergewicht einhergeht, trägt darüber hinaus dazu bei, dass die Muskeltätigkeit der Organe abnimmt und der Speiseröhrenmuskel erschlafft. Auch Stress und psychische Anspannung können im wahrsten Sinne des Wortes „auf den Magen schlagen“ und Sodbrennen verursachen.

Reicht eine Ernährungsumstellung nicht aus, um Sodbrennen oder Reflux unter Kontrolle zu halten, können weitere Therapiemethoden, wie Medikamenteneinnahme oder auch eine Operation, hilfreich sein.

Ernährungsexpertinnen

doc

Karla Loebert

Ernährungsberatung
St. Elisabeth Gruppe
 

doc

Gabriele Schierenbeck

Ernährungsberatung
St. Elisabeth Gruppe