Gynäkologische Krebserkrankungen

Gynäkologische Krebserkrankungen Vorsorge für Frauen in jedem Alter

Jede Frau kennt sie – die (halb-)jährliche Untersuchung beim Frauenarzt. Für viele ist sie eine Routine, doch gerade in Zeiten von Corona wurden Vorsorgetermine abgesagt. Dabei ist eine regelmäßige Untersuchung wichtig, damit bösartige Erkrankungen frühzeitig erkannt und somit in einem frühen Stadium behandelt werden. Denn so erhöhen sich die Heilungschancen für Betroffene deutlich. Die Expertinnen der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr klären die wichtigsten Fragen rund um das Thema Vorsorge für Frauen in jedem Alter.

Humane Papillomviren, kurz auch HPV genannt, sind mikroskopisch kleine Partikel, mit denen sich rund 80% aller Menschen im Laufe ihres Lebens infizieren. Oft bleibt das folgenlos und ohne Beschwerden, doch es können auch Krebsvorstufen, sogenannte Dysplasien oder Krebs entstehen. Zu den Krebserkrankungen, die von HP-Viren ausgelöst werden, zählt vor allem der Gebärmutterhalskrebs, aber auch seltenere Erkrankungen wie Vulvakrebs oder Scheidenkrebs. Während an Gebärmutterhalskrebs erkrankte Frauen häufig zwischen 40 und 50 Jahren alt sind, erkranken Frauen meist mit über 70 Jahren an Scheidenkrebs. Eine Vorsorge ist also auch in einem höheren Alter wichtig.

 

„Eine Untersuchung ist ab dem ersten Geschlechtsverkehr empfehlenswert. So kann sich die Altersgrenze individuell nach unten verschieben, sodass auch jüngere Frauen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen sollten."

  Dr. Anja Brämer-Maiß, Fachärztin, MVZ Herne Ärzte Hölkeskampring – Filiale Bahnhofsstraße

Ab welchem Alter sollte eine Vorsorgeuntersuchung gemacht werden?

Grundsätzlich wird die Vorsorge von einem niedergelassenen Gynäkologen übernommen, eventuell auffällige Befunde im Rahmen der Untersuchung können dann im Krankenhaus weiter diagnostiziert und behandelt werden. Frauen haben ab dem 20. Lebensjahr einen Anspruch auf jährliche Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der Krebsfrüherkennung. „Eine Untersuchung ist jedoch ab dem ersten Geschlechtsverkehr empfehlenswert, denn dieser ist ein Übertragungsweg von Humanen Papillomviren. So kann sich die Altersgrenze individuell nach unten verschieben, sodass auch jüngere Frauen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen sollten“, sagt Dr. Anja Brämer-Maiß, Fachärztin, MVZ Herne Ärzte Hölkeskampring – Filiale Bahnhofsstraße.

Wie läuft eine Vorsorgeuntersuchung ab?

Die Vorsorge beginnt mit einem Gespräch, in dem die Patientin von aktuellen Beschwerden berichten kann. Auch bekannte Krebserkrankungen im engeren Familienkreis sollten besprochen werden. Erst danach beginnt der Arzt mit der Untersuchung.

„Im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen werden die inneren und äußeren Geschlechtsorgane untersucht, so können Veränderungen entdeckt werden. Außerdem werden bei einem Abstrich Zellen aus dem Gebärmutterhals oder dem Muttermund genommen, das ist der sogenannte PAP-Test. Im Labor werden die entnommenen Zellen unter dem Mikroskop auf krankhafte Veränderungen untersucht, die auf eine Krebserkrankung hindeuten können“, erklärt Dr. Petra Fey, Fachärztin, MVZ Herne Ärzte Hölkeskampring – Filiale Bahnhofsstraße.

 

„Im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen werden die inneren und äußeren Geschlechtsorgane untersucht, so können Veränderungen entdeckt werden."

  Dr. Petra Fey, Fachärztin, MVZ Herne Ärzte Hölkeskampring – Filiale Bahnhofsstraße

Diese Routineuntersuchung führt die Fachärztin bei ihren Patientinnen einmal im Jahr durch. Nimmt die Patientin Hormone wie die Pille ein, wird die Zeit zwischen den Untersuchungen auf ein halbes Jahr verkürzt. So stehen zwei Vorsorgetermine pro Jahr im Kalender. Bei Patientinnen ab dem 35. Lebensjahr gibt es eine Änderung bei den Abstrichen: Nun wird nur noch alle drei Jahre ein PAP-Test und ein zusätzlicher HPV-Test durchgeführt. Die Krebsvorsorgeuntersuchung findet auch bei Patientinnen über 35 Jahren weiterhin wie gewohnt (halb-) jährlich statt. Während beim PAP-Abstrich nur überprüft wird, ob die Zellen krankhaft verändert sind, zeigt der HPV-Test, ob der Gebärmutterhals mit Viren infiziert ist. Ob die Infektion von selbst wieder verschwindet oder bestehen bleibt, kann der Test jedoch nicht vorhersagen. Sollte der PAP-Test oder der HPV-Test positiv sein, muss das weitere Vorgehen mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Neben diesen gesetzlichen Vorsorgemöglichkeiten gibt es noch eine Reihe weiterer Untersuchungen, die frühzeitig auf eine Krebserkrankung hindeuten können. Im Rahmen einer Vorsorge Plus+  können zusätzliche Leistungen in Anspruch genommen werden, die jedoch nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Für wen ist eine HPV-Impfung sinnvoll?

Im Rahmen der Krebsvorsorge gibt es seit 2006 eine weitere Möglichkeit: Die HPV-Impfung. Diese schützt wirksam vor verschiedenen, wenn auch nicht vor allen, HP-Viren und spielt so eine wichtige Rolle in der Vorsorge von gynäkologischen Krebserkrankungen. Die Impfung gilt als sicher und gut verträglich. Da es sich um eine vorbeugende Impfung handelt, schützt sie am wirksamsten noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr und wird daher bei Mädchen und weiblichen Jugendlichen im Alter von neun bis vierzehn Jahren empfohlen. Übrigens lösen HP-Viren bei Männern nur selten Erkrankungen aus. Da sie aber Überträger der Viren sein können, ist eine Impfung auch bei Jungen und männlichen Jugendlichen sinnvoll. Trotz Impfung gilt jedoch, dass Vorsorgetermine weiterhin regelmäßig wahrgenommen werden sollten.

Ihre Experten

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Dr. Anja Brämer-Maiß
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
MVZ Herne - Ärzte Hölkeskampring
Fon 02323 - 56 353
info@mvz-herne.com
www.mvz-herne.com

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Dr. Petra Fey
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
MVZ Herne - Ärzte Hölkeskampring
Fon 02323 - 56 353
info@mvz-herne.com
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