Heuschnupfen

Schnelle Hilfe bei Heuschnupfen Was muss ich bei der Wahl des Allergie-Nasensprays beachten?

Der Frühling ist da! Während sich die einen über die wärmeren Temperaturen und die wiederauflebende Pflanzenwelt freuen, beginnt die Leidenszeit für Pollenallergiker: Häufiges Niesen und ständiger Schnupfen erschweren ihnen den Alltag. Für eine schnelle Linderung der Symptome ist der Griff zum Nasenspray häufig die erste Wahl. Aber welches Spray ist das richtige? Wie lange darf man das Mittel eigentlich benutzen? Und kann man von Nasenspray süchtig werden?

Bei Heuschnupfen handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen Blütenstaub, die sogenannten Pollen. Diese werden entweder durch Insekten oder durch den Wind von Pflanze zu Pflanze getragen. Der Pollenflug einer Pflanze dauert in der Regel wenige Wochen. Allerdings sind die Pollen der verschiedenen Pflanzenarten zu unterschiedlichen Zeiten unterwegs, sodass Betroffene, die auf die Pollen mehrerer Gewächse reagieren, über mehrere Monate mit den Symptomen zu kämpfen haben.

Allergie oder Erkältung?

„Kommen die Pollen mit den Nasenschleimhäuten eines Pollenallergikers in Kontakt, schwellen diese an. Die Nase läuft, kann auch verstopft sein und es kommt zu Niesattacken. Oft wird dieser Zustand durch Augenjucken und -tränen begleitet. Die Folgen sind Tagesmüdigkeit und eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit in Schule oder Beruf“, erklärt Petra Stuckmann, Fachärztin für Allgemeinmedizin mit dem Schwerpunkt Allergologie und reisemedizinische Gesundheitsberatung des MVZ Herne – Ärzte Hölkeskampring. Somit ähneln die Symptome denen einer Erkältung. Das führt dazu, dass viele Betroffene zu den falschen Mitteln greifen, weil sie glauben, erkältet zu sein.

Ist Nasenspray gleich Nasenspray?

Zur Linderung der Symptome ist für viele Betroffene Nasenspray die erste Wahl. Doch bei den Wirkstoffen gibt es erhebliche Unterschiede. Zu unterscheiden ist unter anderen zwischen den Wirkstoffen Sympathomimetika, Antihistaminika und örtlich anzuwendendem Kortison. Sympathomimetika haben eine gefäßverengende, abschwellende Wirkung auf die Nasenschleimhaut. Dadurch hat die Atemluft mehr Platz, um durch die Nase zu strömen, die sich dadurch freier anfühlt. Das klingt zunächst einmal gut, wäre da nicht der Rebound-Effekt. Dieser beschreibt das Phänomen, dass sich das Symptom, das man bekämpft, sogar verstärkt, sobald die Wirkung des Medikaments abklingt oder man es absetzt. Lässt also die Wirkung des Nasensprays nach, schwellen die Schleimhäute wieder an. Die Versuchung ist groß, erneut zum Nasenspray zu greifen. Ständiger Gebrauch führt jedoch zu einer dauerhaften Schwellung der Nasenschleimhäute. Man bekommt schlechter Luft und nimmt wiederholt Nasenspray. Daraus entsteht eine Abhängigkeit von dem Arzneimittel, von der man schwer wieder loskommt.

Welche Sprays sind ungefährlich?

Bei Antihistamin- und Kortison-Nasensprays besteht die Gefahr der Abhängigkeit nicht. Histamin wird durch die Pollen, die die sogenannten Allergene enthalten, im Körper des Allergikers freigesetzt und führen so zu den allergischen Reaktionen. „Antihistamin-Nasensprays wirken viel gezielter gegen Allergien, meist aber nur bei leichteren Formen. Denn neben Histamin gibt es noch mehr allergieauslösende Faktoren. Diese werden durch die kortisonhaltigen Nasensprays zusätzlich gehemmt, so dass auch mittelstarker und starker Heuschnupfen gemindert wird, wenn auch erst nach einigen Tagen der Anwendung. Angst vor Kortison-Nebenwirkungen ist hier unbegründet, da bei Anwendung der modernen Substanz Mometason weniger als 1% in den Blutkreislauf gelangt. Sympathomimetische Sprays dagegen sollte man ausschließlich bei Erkältungen verwenden und nie länger als wenige Tage hintereinander, um den Rebound-Effekt zu vermeiden,“ so Stuckmann.

Bin ich allergisch?

Wer sich nicht sicher ist, ob er erkältet ist oder eine Allergie hat, sollte einen Arzt aufsuchen. Dauern die Beschwerden länger als eine Woche an und treten überwiegend im Freien auf, könnte es sich um Heuschnupfen handeln. Ein wichtiges Symptom, das auf eine Allergie hinweist, ist zudem das Augenjucken. „Zunächst einmal ist es ratsam, bei einem Allergologen einen Allergietest durchführen zu lassen, um herauszufinden, auf welche Arten von Pollen man allergisch reagiert“, rät Stuckmann. Dazu gibt es verschiedene Verfahren. Am häufigsten kommt der Pricktest zum Einsatz. Dabei tropft der Arzt dem Patienten verschiedene Allergene auf die Haut und sticht in die Mitte des Tropfens, damit die Flüssigkeit in die Haut eindringen kann. Nach etwa 15 Minuten zeigen sich positive oder negative Reaktionen auf die verschiedenen getesteten Allergene. Passen Beschwerdezeitraum und Ergebnis des Pricktests zusammen, kann die Diagnose einer sogenannten allergischen Rhinitis gestellt werden.

 

„Zunächst einmal ist es ratsam, bei einem Allergologen einen Allergietest durchführen zu lassen, um herauszufinden, auf welche Arten von Pollen man allergisch reagiert.“

  Petra StuckmannFachärztin für Allgemeinmedizin, Allergologie und reisemedizinische Gesundheitsberatung, MVZ Herne – Ärzte Hölkeskampring.

Wie kann ich allergischen Reaktionen vorbeugen?

Wer weiß, auf welche Pollen er allergisch ist, kann entsprechend reagieren. Zur Symptomlinderung in der laufenden Pollenflugsaison empfehlen sich die oben erwähnten Maßnahmen, zusätzlich können antihistaminische Tabletten eingenommen werden. „Bei nachgewiesenem allergischen Schnupfen sollte unbedingt eine sogenannte spezifische Immuntherapie mit regelmäßigen Injektionen oder auch Tabletten angestrebt werden. In den meisten Fällen wird durch diese Behandlung, die sich über drei Jahre erstreckt, der Heuschnupfen teilweise oder auch deutlich gebessert, und ein beginnendes allergisches Asthma bronchiale kann sogar geheilt werden,“ weiß Stuckmann. Darüber hinaus sollten sich Betroffene abends die Haare waschen und auch Kleidung und Polster regelmäßig reinigen, denn an Haaren und Stoffen haften Pollen besonders gut. Wer diese Tipps beherzigt, ist auf jeden Fall gut für die Heuschnupfen-Zeit gerüstet.

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Petra Stuckmann

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