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Fettes Risiko Bauchfett

In Deutschland sind rund die Hälfte aller Erwachsenen übergewichtig. Vor allem Fettpolster, die sich am Bauch anlagern, sind besonders gefährlich. Was dahinter steckt und wie man dem Fett den Kampf ansagt, erklären unsere Experten.

Warum ist Bauchfett so gefährlich?

Im Körper gibt es zwei verschiedene Arten von Fettgewebe: Zum einen das subkutane Fett. Hierbei handelt es sich um Fettgewebe, das sich unter der Haut ansammelt und vor allem von außen an z. B. Bauch oder Po sichtbar ist. Die Hauptaufgabe ist die Energiespeicherung. Zudem isoliert das Fett, hält den Körper warm und gilt bis zu einem gewissen Grad als ungefährlich. Auf der anderen Seite steht das viszerale Fett. Dieses bildet sich in der Bauchhöhle rund um die Organe wie z. B. Leber oder Darm. Vor allem Männer neigen zu viszeralem Fettgewebe am Bauch. Grund dafür könnten die Sexualhormone im Körper sein: Testosteron begünstigt eine bauchbetonte Fettverteilung, während Östrogen bei Frauen vermehrtes Fettgewebe an Hüfte und Po hervorruft.

Wie wird der Bauchumfang richtig gemessen?

1. Der Bauchumfang wird auf Höhe des Bauchnabels gemessen. Dazu wird das Maßband zwischen die unterste Rippe und die Oberkante des Hüftknochens um den Körper gelegt.  

2. Beim Ausatmen wird dann der Bauchumfang gemessen.

Anhand der abgelesenen Werte können dann Aussagen über das Krankheitsrisiko getroffen werden.

Bei Frauen besteht ein erhöhtes Risiko ab einem Taillenumfang von über 79 cm. Bei Männern ruft ein Taillenumfang von über 93 cm ein erhöhtes Risiko für z. B. Herzkreislauferkrankungen hervor.

Welche Folgen können auftreten?

Eine vermehrte Ansammlung von viszeralem Bauchfett kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. „Das viszerale Fett ist gefährlich, da es sehr stoffwechselaktiv ist“, erklärt Prof. Dr. Metin Senkal, Chefarzt, der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Witten.

Die Botenstoffe, die das stoffwechselaktive Fett abgibt, wirken sich auf verschiedene Art und Weise auf den Körper aus, z. B. auf den Blutdruck und die Bildung von Insulin. Gleichzeitig können durch die Botenstoffe vermehrt Entzündungen entstehen. „Die Folgen sind oft weitreichend: Der Blutdruck, die Blutfettwerte und der Blutzuckerspiegel können sich erhöhen und damit Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Herzkreislauferkrankungen hervorrufen“, so Prof. Dr. Senkal. Diesen Zusammenhang beschreiben Mediziner auch mit dem Fachbegriff „Metabolisches Syndrom“.

 

„Da das viszerale Fett sehr stoffwechselaktiv ist, wird es als erstes abgebaut, wenn der Körper Energie benötigt“.

  Janina Buschmann, Ernährungsberaterin der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr

Was kann man gegen das gefährliche Bauchfett tun?

Um das Erkrankungsrisiko durch das viszerale Fett zu verringern, ist es vor allem wichtig, Übergewicht zu verlieren. Eine konsequente sowie langfristige Ernährungsumstellung spielt dabei die entscheidende Rolle für eine Gewichtsabnahme. „Um dauerhaft Gewicht und somit Bauchfett zu verlieren, sollte auf eine ausgewogene, kalorienreduzierte sowie kohlenhydratmodifizierte Ernährung geachtet werden“, erklärt Lisa Ostermann, Ernährungsberaterin der St. Elisabeth Gruppe. Lebensmittel mit einem hohen Fett- oder Zuckergehalt sowie gesättigte Fettsäuren sollen außerdem vermieden werden. „Wichtig ist es zudem, geregelte Mahlzeiten zu sich zu nehmen und auf Snacks zwischendurch zu verzichten“, ergänzt Dörthe Mühlenhardt, Ernährungsberaterin der St. Elisabeth Gruppe.

Durch zusätzliche sportliche Aktivität kann dann ein Kaloriendefizit erzielt werden. Eine Kombination aus Ausdauer- und Kraftsport ist dabei ideal für eine Gewichtsabnahme. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt pro Woche mindestens 2,5 Stunden Sport zu treiben. Zudem kann regelmäßige Bewegung im Alltag wie Treppensteigen die Gewichtsabnahme unterstützen. 

Wenn eine konservative Therapie durch eine Ernährungsumstellung und sportliche Aktivität über einen längeren Zeitraum keine Wirkung zeigt, können Operationsverfahren zur Reduktion des Gewichts eingesetzt werden. Nähere Infos erhalten Sie hier.

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Dörte Mühlenhardt

Ernährungsberatung
St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr