Symbolbild Händewaschen

Nicht nur sauber, sondern rein Wie man sich richtig die Hände wäscht

Die Hände sind das wichtigste Instrument und Werkzeug des Menschen. Tagein, tagaus kommen Sie mit einer Vielzahl von Oberflächen und anderen Personen in Kontakt. So gelangen viele Mikroorganismen und Erreger auf die Hände und von dort auf die Haut oder die Schleimhäute. Auf diese Weise können beispielsweise Erkältungs- oder Grippeviren übertragen werden. Durch den anschließenden Griff ins Gesicht oder an die Nase, die sogenannte Eigenberührung, werden bis zu 80 Prozent aller Infektionen ausgelöst. Die richtige Technik beim Händewaschen ist eine wirksame Maßnahme, um den Übertragungsweg zu unterbrechen.

Wann sollte man sich die Hände waschen?

"Grundsätzlich gilt: Die Hände sollten nicht nur gewaschen werden, wenn sie spür- und sichtbar schmutzig sind", sagt Nicole Lurz, Gesamtleitung Hygiene der St. Elisabeth Gruppe - Katholische Kliniken Rhein-Ruhr. Mikroorganismen sind für das Auge nicht sichtbar – gehen Sie daher auf Nummer sicher und waschen Sie Ihre Hände vor allem nach dem potentiellen Kontakt mit Erregern. Insbesondere nach dem Toilettengang, vor und nach dem Kochen, vor dem Essen sowie beim heimkommen sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Auch nach dem Kontakt mit Tieren oder kranken Menschen sowie vor und nach der Behandlung von Wunden ist Händewaschen Pflicht. Aber Achtung:

 

"Auch zu viel Händewaschen kann die Haut strapazieren."

  Nicole LurzGesamtleitung Hygiene, St. Elisabeth Gruppe

Wer sich täglich 30 Mal oder häufiger die Hände wäscht, lebt nicht unbedingt hygienischer als andere Menschen – und läuft zusätzlich Gefahr, seine Haut zu stark zu strapazieren. Dann könnten der natürliche Säuremantel sowie die Hautfette, die die obersten Hautschichten schützen, ausgetrocknet werden.

Wie wäscht man sich die Hände richtig?

Das richtige Händewaschen gelingt in vier einfachen Schritten.

  • Machen Sie Ihre Hände unter fließendem Wasser gründlich nass. Die Temperatur können Sie nach Belieben wählen, denn kaltes Wasser wäscht genau so effektiv wie warmes.
  • Seifen Sie Ihre Hände vollständig ein. Auch die Fingernägel sowie die Zwischenräume zwischen den Fingern, der Daumen und der Handrücken dürfen nicht vergessen werden. Flüssigseife ist insbesondere auf öffentlichen Toiletten die hygienischere Wahl. Eine pH-neutrale Seife schont den natürlichen Säuremantel der Haut.
  • Nach dem Einseifen spülen Sie Ihre Hände sorgfältig ab. Entfernen Sie alle Seifenreste vollständig. Auch hier achten Sie insbesondere auf die Zwischenräume der Finger.
  • Zuletzt trocknen Sie Ihre Hände ab. Auf öffentlichen Toiletten verwenden Sie dazu, sofern möglich, Einmalhandtücher. Zu Hause sollte jedes Familienmitglied ein eigenes Handtuch benutzen. Wechseln Sie diese täglich aus und waschen Sie sie bei 60 Grad.

Vorsicht bei Drucklufthandtrocknern

Auch wenn Sie bei den Betreibern von Restaurants und öffentlichen Toiletten immer beliebter werden, sind elektrische Handtrockner nicht die hygienischere Lösung. Die Geräte trocknen die Hände zwar in kurzer Zeit, verteilen dabei aber Keime in der Raumluft. Im Vergleich zu Papierhandtüchern wirbeln sie bis zu 1300-mal mehr Keime durch den Raum. (Papier-)Handtücher haben zudem den Vorteil, dass sie Keime von der Haut reiben können, die das Wasser nicht abgelöst hat.

Händewaschen ohne Seife

Mit Seife die Hände zu waschen, ist deutlich effektiver als ohne. Die Waschsubstanzen lösen Schmutz und Mikroben viel besser von der Haut ab, als das Wasser es alleine kann. Zudem führt das Einreiben mit der Seife zu einer stärkeren mechanischen Entfernung der Keime durch die Bewegung. Ist aber keine Seife vorhanden, sollte man nicht auf das Händewaschen verzichten: Auch mit Wasser alleine wird ein Teil der Erreger entfernt.

Lohnt es sich, die Hände nach dem Waschen noch zu desinfizieren?

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass regelmäßiges und gründliches Händewaschen im Alltag ausreichend ist, um sich vor Bakterien und Viren zu schützen. Sollten Sie jedoch einen Angehörigen mit schwachem Immunsystem zu Hause pflegen oder eine hoch ansteckende Krankheit in der Familie haben, lohnt es sich, die Hände zusätzlich zu desinfizieren. Bei einer ansteckenden Erkrankung kann darüber hinaus die Desinfektion von (Ober-)Flächen wie Toilette, Armaturen und Türgriffen die Infektionsgefahr deutlich reduzieren. Auch vor und nach einem Besuch im Krankenhaus sollten Sie Ihre Hände desinfizieren.

Eine Anleitung zur richtigen Händedesinfektion finden Sie hier.

Hygieneexpertin

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Nicole Lurz

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