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Multimedikation Wechselwirkungen beachten

Mit zunehmendem Lebensalter leiden viele Menschen unter mehreren Erkrankungen, die zeitgleich medikamentös behandelt werden müssen – der Experte spricht dann von einer sogenannten Multimedikation. Werden Medikamente parallel eingenommen, können jedoch Wechselwirkungen entstehen, die mitunter gefährlich sein können. Was bei der gleichzeitigen Einnahme von verschiedenen Medikamenten beachtet werden sollte, erklären unsere Experten der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr.

Wechselwirkungen zwischen Medikamenten

„Bei einer Einnahme von vielen verschiedenen Medikamenten können Wirkstoffkombinationen auftreten, die gefährlich sein können“, berichtet Dr. Frank Seifert, Gesamtleitung der Apotheke der St. Elisabeth Gruppe. Denn ein Medikament A kann die Aufnahme oder den Abbau von Medikament B beeinflussen, sodass es zu einer erhöhten oder zu niedrigen Wirkstoffkonzentration im Blut kommen kann. Zu den Beschwerden, die durch eine Multimedikation entstehen können, zählen z. B. Übelkeit, Kopfschmerzen oder Benommenheit. 

Die Ursachen für eine Multimedikation können vielseitig sein. Mit zunehmendem Alter treten häufig mehrere Erkrankungen auf. Die Behandlung dieser sogenannten Multimorbidität führt oftmals zu einer Multimedikation. Wenn diese mit verschiedenen Arzneimitteln behandelt werden müssen, kann es zu einer Multimedikation kommen. „Die Multimedikation stellt daher besonders die Behandler in der Altersmedizin vor große Herausforderungen“, so Prof. Dr. Wirth, Klinikdirektor der Klinik für Altersmedizin des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Ältere Patienten sind oftmals auch anfälliger für Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zwischen einzelnen Medikamenten als jüngere Patienten. Um die Medikation nicht nur wirksam, sondern auch sicher zu gestalten, ist ein eindeutiger Medikationsplan, der alle eingenommen Medikamente aufführt, besonders wichtig. Zudem kommen im Alter Anwenderprobleme hinzu: „Im Alter wird es schwieriger viele verschiedene Medikamente auseinanderzuhalten, dadurch kann es zu Verwechslungen oder einer falschen Einnahme von Medikamenten kommen“, erklärt Prof. Wirth. 

„Es kann aber auch vorkommen, dass Patienten frei verkäufliche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, ohne den behandelnden Arzt darüber zu informieren“, berichtet Petra Stuckmann, Fachärztin für Allgemeinmedizin des MVZ Herne – Ärzte am Hölkeskampring. Dann besteht ebenfalls das Risiko, dass sich verschiedene Medikamente gegenseitig beeinflussen und es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommt. „Um dies zu vermeiden, ist eine enge Absprache zwischen Patient und Arzt oder Apotheker sehr wichtig.“

Tipps zur Einnahme von Arzneimitteln – Was muss man beachten?

Neben Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln, sollten ebenfalls die richtige Dosierung und der Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme berücksichtigt werden. Denn diese Faktoren können sich auch auf die Wirkung des Medikaments auswirken. „Immer wieder kommt es vor, dass Patienten aufgrund von Schluckbeschwerden Tabletten zerkleinern“, so Dr. Seifert. Dies kann die Wirkung des Präparats jedoch beeinträchtigen: Werden z. B. Tabletten, die magensaftresistent überzogen sind, zerkleinert, dann kann sich die Wirkung nicht mehr korrekt entfalten, da das Medikament bereits im Magen zersetzt wird.

Darüber hinaus spielt auch der Einnahmezeitpunkt eine wichtige Rolle. Viele Arzneimittel dürfen nur vor oder nach dem Essen eingenommen werden, um eine Wechselwirkungen mit Lebensmitteln zu verhindern. Außerdem spielt es eine Rolle, mit welcher Flüssigkeit das Medikament eingenommen wird. „Geeignet ist vor allem Leitungswasser, da es wenige Mineralien enthält “, so Dr. Seifert. Kaffee oder Milch hingegen eignen sich nicht zur Einnahme von Medikamenten, da Wechselwirkungen nachgewiesen werden konnten.

doc

Petra Stuckmann

Fachärztin
MVZ Herne – Ärzte Hölkeskampring
Fon 02323 499-1970
info@mvz-herne.com

 

doc

Dr. Frank Seifert

Gesamtleitung Apotheke
St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr
Fon 02325 592-801