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Magenkrebs Beschwerden nicht ignorieren

Magenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung des Magens. Obwohl die Anzahl der Erkrankungen stetig abnimmt, gehört er zu den häufigsten Todesursachen durch Krebs in Deutschland. Vor dem 40. Lebensjahr kommt die Erkrankung nur sehr selten vor.

 

„Die Ursachen von Magenkrebs konnten bislang nicht eindeutig erforscht werden, doch es sollte auf bestimmte Risikofaktoren geachtet werden. Eine dauerhafte Infektion oder Entzündung des Magens kann das Risiko ebenso steigern wie bestimmte Ernährungsweisen. Dazu gehören beispielsweise stark gesalzene oder zu heiße Speisen und eine zu einseitige Ernährung.“

  Priv.-Doz. Dr. David Scholten, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Pneumologie des Marien Hospital Witten

Risikofaktoren erhöhen Wahrscheinlichkeit der Erkrankung

„Die Ursachen von Magenkrebs konnten bislang nicht eindeutig erforscht werden, doch es sollte auf bestimmte Risikofaktoren geachtet werden. Eine dauerhafte Infektion oder Entzündung des Magens kann das Risiko ebenso steigern wie bestimmte Ernährungsweisen. Dazu gehören beispielsweise stark gesalzene oder zu heiße Speisen und eine zu einseitige Ernährung“, erklärt Priv.-Doz. Dr. David Scholten, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Pneumologie des Marien Hospital Witten. Ebenso wie bei anderen Krebsformen steigern das Rauchen und der Konsum von (hochprozentigem) Alkohol die Wahrscheinlichkeit, an Magenkrebs zu erkranken. Wissenschaftliche Erkenntnisse verdeutlichen zudem, dass die erbliche Veranlagung eine bedeutende Rolle einnimmt.

Früherkennung steigert Heilungschancen deutlich

Zu Beginn der Erkrankung fehlen oftmals spezifische Symptome, was die Früherkennung erschwert. Wenn plötzlich bestimmte Nahrungsmittel nicht mehr vertragen werden, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Weitere mögliche Beschwerden sind Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen oder auch ein geblähter Bauch. Auch allgemeine, unspezifische Oberbauchbeschwerden können ein Anzeichen für Magenkrebs sein. Bei Beschwerden, die länger als ein bis zwei Wochen anhalten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

„Die wichtigste Untersuchung zur Diagnostik ist die Magenspiegelung. Dabei können an verdächtig aussehenden Stellen direkt Gewebeproben entnommen werden“, erklärt Dr. Johannes Schweinfurth, Leitender Arzt der Abteilung für Gastroenterologie der Medizinischen Klinik I des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums wird oftmals ergänzend durchgeführt. Um den Ort und die Größe des Tumors zu bestimmen und wichtige Hinweise für die weitere Behandlung zu erhalten, erfolgt eine Computertomographie (CT). Bei Bedarf und einem zuvor unklaren Befund wird zudem eine Kernspintomographie (MRT) veranlasst.

 

„Die wichtigste Untersuchung zur Diagnostik ist die Magenspiegelung. Dabei können an verdächtig aussehenden Stellen direkt Gewebeproben entnommen werden.“

  Dr. Johannes Schweinfurth, Leitender Arzt der Abteilung für Gastroenterologie der Medizinischen Klinik I des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
 

„Frühformen des Magenkrebs können endoskopisch geheilt werden, also ähnlich wie bei einer Magenspiegelung und ohne operativen Eingriff.“

  Dr. Viktor Rempel, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie des St. Anna Hospital Herne

Endoskopie, OP, Chemotherapie - Behandlungsform ist abhängig von Krankheitsstadium

„Frühformen des Magenkrebs können endoskopisch geheilt werden, also ähnlich wie bei einer Magenspiegelung und ohne operativen Eingriff“, erklärt Dr. Viktor Rempel, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie des St. Anna Hospital Herne. Der Tumor wird dabei ausgeschält. So wird die Funktion des Magens nicht beeinträchtigt.

Prof. Dr. Dirk Bausch, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, betont: „Deshalb ist es so wichtig, anhaltende Magenbeschwerden frühzeitig ärztlich abklären zu lassen. Oftmals handelt es sich nicht um eine Krebserkrankung. Wenn das aber doch der Fall sein sollte, steigert eine frühe Diagnose die Heilungschancen.“

 

„Deshalb ist es so wichtig, anhaltende Magenbeschwerden frühzeitig ärztlich abklären zu lassen. Oftmals handelt es sich nicht um eine Krebserkrankung. Wenn das aber doch der Fall sein sollte, steigert eine frühe Diagnose die Heilungschancen.“

  Prof. Dr. Dirk Bausch Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
 

"Ob ein Teil des Magens erhalten werden kann, ist abhängig von der Lage, Größe und dem Wachstum des Tumors."

  Dr. Nurettin Albayrak, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Anna Hospital Herne

In einem fortgeschrittenen Stadium muss der Magen teilweise oder vollständig entfernt werden. „Voraussetzung für diese Vorgehensweise ist, dass der Tumor auf den Magen begrenzt ist. Ob ein Teil des Magens erhalten werden kann, ist abhängig von der Lage, Größe und dem Wachstum des Tumors“, erklärt Dr. Nurettin Albayrak, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Anna Hospital Herne.

Prof. Dr. Metin Senkal, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Plastische Chirurgie des Marien Hospital Witten, ergänzt: „Damit weiterhin Nahrung aufgenommen werden kann, werden der Rest des Magens oder die Speiseröhre direkt mit dem Dünndarm verbunden. Bei Bedarf bilden kleine Dünndarmschlingen eine Art Magenersatz.“ Im Anschluss und zum Teil auch vor der Operation erfolgt in bestimmten Fällen eine Chemotherapie. So wird eine Wiederkehr der Erkrankung vermieden. Bei fortgeschrittenen Tumoren werden moderne Chemotherapiekonzepte angewendet, bei denen während der Operation Chemotherapie gegeben wird, um eine Ausbreitung des Tumors zu verhindern.

Hat der Tumor sich zu weit in umliegende Organe ausgebreitet oder sogar in entfernte Organe und Gewebe gestreut, werden die Patienten mit einer Chemotherapie und zum Teil auch ergänzend mit Medikamenten behandelt.  

 

„Damit weiterhin Nahrung aufgenommen werden kann, werden der Rest des Magens oder die Speiseröhre direkt mit dem Dünndarm verbunden. Bei Bedarf bilden kleine Dünndarmschlingen eine Art Magenersatz.“

  Prof. Dr. Metin Senkal, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Plastische Chirurgie des Marien Hospital Witten

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Dr. med. Johannes Schweinfurth

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Prof. Dr. med. Dirk Bausch

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