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Krampfadern Stau in den Venen

Krampfadern und Besenreiser sind vielen Menschen ein Begriff – rund die Hälfte der Bevölkerung leidet an Gefäßveränderungen. Vor allem Frauen sind betroffen. Wie Krampfadern entstehen und wann die blauen Schlängelungen unter der Haut mehr als ein kosmetisches Problem darstellen, erklären unsere Experten der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr.

Bei Krampfadern handelt es sich um knotenförmige Erweiterungen der oberflächlichen Stammvenen. Sie sind äußerlich als bläuliche Schlängelungen oder Beulen unter der Haut sichtbar und treten größtenteils an den Beinen auf. Der Unterschied zu Besenreisern liegt vor allem in der Größe. Denn Besenreisern sind winzig kleine Venenerweiterungen, die überwiegend an den Beinen oder im Gesicht auftreten.

 

„Gesunde Venen sind Blutgefäße, die das sauerstoffarme Blut entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen transportieren. Dies ist durch den besonderen Aufbau der Venenklappen möglich, denn durch sie kann das Blut in nur eine Richtung fließen.“

  Dr. Luc Claeys, Leitender Arzt der Gefäßchirurgie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

Wie entstehen Krampfadern?

„Gesunde Venen sind Blutgefäße, die das sauerstoffarme Blut entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen transportieren. Dies ist durch den besonderen Aufbau der Venenklappen möglich, denn durch sie kann das Blut in nur eine Richtung fließen“, erklärt Dr. Luc Claeys, Leitender Arzt der Gefäßchirurgie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Wenn eine Venenklappe jedoch nicht mehr funktionstätig ist oder die Elastizität der Gefäßwände nachlässt, entsteht ein Blutstau, der Krampfadern verursacht.

„Im Allgemeinen wird zwischen zwei Arten von Krampfadern unterschieden, der sogenannten primären Variskose und der sekundären Variskose“, erklärt Dr. Claeys weiter. Bei der primären Variskose sind die Ursachen für die Venenerweiterung oft vielseitig. Zu den Faktoren, die eine primäre Variskoe begünstigen, zählen unter anderem eine genetische Veranlagung für ein schwaches Bindegewebe aber auch mangelnde Bewegung oder Übergewicht. Mit zunehmendem Alter lässt außerdem die Festigkeit der Venen nach und begünstigt damit die Entstehung von Krampfadern.

Die sekundäre Variskose ist in den meisten Fällen auf eine Thrombose-Erkrankung zurückzuführen. „Durch ein Blutgerinnsel ist der Blutfluss im tiefen Venensystem gestört. Deshalb wird das Blut durch die oberflächlichen Stammvenen transportiert“, so Dr. Claeys. Die oberflächlichen Venen sind allerdings nicht für diesen Bluttransport ausgelegt, sodass sie erschlaffen können und Krampfadern entstehen.

Welche Symptome verursachen Krampfadern?

Die Symptome bei einem Krampfaderleiden sind vielfältig. Während kleinere Besenreiser oftmals keine Beschwerden verursachen und vordergründig ein kosmetisches Problem für Betroffene darstellen, verursachen größere Krampfadern stärkere Beschwerden. Neben Schwellungen, Juckreiz, Spannungsgefühlen und Schmerzen, können auch Schädigungen der Haut durch Entzündungen auftreten.

Wie werden Krampfadern diagnostiziert?

Diagnostiziert werden Krampfadern mittels einer Ultraschalluntersuchung. „Mit einem Ultraschallgerät kann die Blutzirkulation und der Venenschaden untersucht werden“, berichtet Priv.-Doz. Dr. Stephan Langer, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie des Marien Hospital Witten. Ein weiteres Verfahren zur Diagnose von Krampfadern ist die Venenverschlussplethysmographie (VVP). Damit lässt sich das Fassungsvermögen der Venen und der Abfluss des Blutes untersuchen.

 

„Mit einem Ultraschallgerät kann die Blutzirkulation und der Venenschaden untersucht werden.“

  Priv.-Doz. Dr. Stephan Langer, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie des Marien Hospital Witten
 

„Zur konservativen Therapie von Krampfadern wird eine Kompressionsbehandlung eingesetzt.“

  Dr. Luc Claeys, Leitender Arzt der Gefäßchirurgie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

Wie können Krampfadern behandelt werden?

Für die Behandlung von Krampfadern und Besenreisern kommen verschiedene Verfahren in Frage. „Zur konservativen Therapie von Krampfadern wird eine Kompressionsbehandlung eingesetzt“, so Dr. Claeys. „Die Kompressionsstrümpfe üben einen dauerhaften Druck auf die erweiterten Venen aus. Dadurch wird die Funktion der Venenklappen teilweise wiederhergestellt und der Blutfluss zurück zum Herzen verbessert“.

Neben einer konservativen Behandlung mit Kompressionsstrümpfen, kommen bei einem Krampfaderleiden ebenfalls operative Behandlungsverfahren in Frage wie z. B. die Stripping-Operation. Bei diesem Verfahren werden die erkrankten Venen mit Hilfe von sehr kleinen Schnitten entfernt. Im Anschluss an die Operation folgt eine zusätzliche Behandlung mit Kompressionsstrümpfen. Darüber hinaus können Krampfadern mit Radiowellen behandelt werden. Diese Behandlungsmethode erfolgt ohne größere Schnitte und zeichnet sich durch eine schnelle Genesungszeit des Patienten aus.

„Kleinere Besenreiser können ambulant verödet werden. Dazu wird die erweiterte Vene mit mehreren Nadeleinstichen punktiert und ein Medikament eingespritzt. Ziel der Behandlung ist ein Verschluss der Vene“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Langer. Hierbei handelt es sich jedoch um einen kosmetischen Eingriff, sodass der Patient die Kosten für eine Verödung oftmals selbst trägt.  

 

„Kleinere Besenreiser können ambulant verödet werden. Dazu wird die erweiterte Vene mit mehreren Nadeleinstichen punktiert und ein Medikament eingespritzt. Ziel der Behandlung ist ein Verschluss der Vene.“

  Priv.-Doz. Dr. Stephan Langer, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie des Marien Hospital Witten

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Dr. med. Luc Claeys

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