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Notfall Herzinfarkt Wenn die Gefäße verstopft sind

Minutenlange Schmerzen im linken Brustbereich, die bis in den linken Arm oder die Schulter ausstrahlen können, sind ein bekanntes Warnsignal für eine lebensbedrohliche Erkrankung – den Herzinfarkt. Zeigen sich bei bei Männern und Frauen dieselben Symptome und wie kann ein Herzinfarkt behandelt werden?

Bei einem Herzinfarkt, auch Myokardinfarkt genannt, handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, der dann auftritt, wenn sich eines der Herzkranzgefäße vollständig durch ein Blutgerinnsel verschließt. Dies hat zur Folge, dass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und dadurch das Blut nicht mehr durch den Körper pumpen kann.

Welche Symptome verursacht ein Herzinfarkt?

Experten unterscheiden zwischen zwei verschiedenen Herzinfarkten: Bei einem Hinterwandinfarkt ist die rechte Herzkranzarterie verschlossen, bei einem Vorderwandinfarkt die linke Herzkranzarterie. Bei einem Hinterwandinfarkt treten oftmals nur wenige Anzeichen eines Herzinfarkts auf, Experten sprechen dann auch von einem „stummen Infarkt“.

 

"Als typische Symptome eines Herzinfarkts gelten plötzliche, starke Schmerzen in der Brust und ein Beklemmungs- und Engegefühl."

  Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg HippeChefarzt der Kardiologischen Klinik des Marien Hospital Witten

„Als typische Symptome eines Herzinfarkts gelten plötzliche, starke Schmerzen in der Brust und ein Beklemmungs- und Engegefühl“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe, Chefarzt der Kardiologischen Klinik des Marien Hospital Witten. Bei Frauen, die einen Herzinfarkt erleiden, können jedoch auch andere, eher unspezifische Symptome auftreten wie z. B. Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch.

Dies führt oft dazu, dass ein Herzinfarkt nicht sofort erkannt wird – das ist jedoch besonders wichtig: „Je früher ein Herzinfarkt erkannt wird, desto höher sind auch die Überlebenschancen. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte umgehend der Notruf verständigt werden“, sagt Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe, Direktor der Medizinischen Klinik II – Kardiologie / Angiologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.

 

„Je früher ein Herzinfarkt erkannt wird, desto höher sind auch die Überlebenschancen. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte umgehend der Notruf verständigt werden." 

  Prof. Dr. Hans-Joachim TrappeDirektor der Medizinischen Klinik II – Kardiologie / Angiologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

Meist erleiden Betroffene ohne Vorwarnung einen Herzinfarkt. Verschiedene Faktoren steigern jedoch das Risiko, wie z. B. die Koronare Herzkrankheit. Dabei handelt es sich um eine Verkalkung der Gefäße, bei der die Durchblutung eingeschränkt wird. Die Erkrankung äußert sich durch häufige Brustschmerzen und ein immer wieder auftretendes Engegefühl in der Brust.   

Wie wird ein Herzinfarkt diagnostiziert und behandelt?

Um herauszufinden, ob ein Herzinfarkt vorliegt, wird in den meisten Fällen ein sogenanntes Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt, das die Herzströme misst. Das Untersuchungsergebnis zeigt, ob Herzrhythmusstörungen vorliegen und wo sich der Herzinfarkt befindet. Darüber hinaus kann im Labor eine Analyse der Herzenzyme durch eine Blutprobe durchgeführt werden. Dadurch lässt sich eine Herzschädigung schnell und zuverlässig erkennen.

Ein weiteres Untersuchungsverfahren ist die Herzkatheteruntersuchung. Mit Hilfe der Herzkatheteruntersuchung lassen sich die Herzkranzgefäße mit Kontrastmitteln während einer Röntgenaufnahme darstellen. Der Arzt kann dann feststellen, ob die Herzkranzgefäße verengt oder verschlossen sind. Ist dies der Fall, können diese gleichzeitig geweitet oder ein Stent implantiert werden. Bei einem Stent handelt es sich um kleine Metallgeflechte, die dafür sorgen, dass die Gefäße dauerhaft geöffnet bleiben. Dieses Behandlungsverfahren sollte so wie früh wie möglich erfolgen, um die Schäden am Herzen so gering wie möglich zu halten.  

Darüber hinaus können Medikamente zur Behandlung eines Herzinfarkts eingesetzt werden, die die Blutgerinnung stoppen und somit die Blutgerinnsel, die die Herzkranzgefäße verstopfen, auflösen.  

Ihre Experten

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Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe

Direktor
Medizinische Klinik II - Kardiologie / Angiologie
Marien Hospital Herne
Fon 02323 499-1604
kardiologie@marienhospital-herne.de

doc

Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe

Chefarzt
Kardiologische Klinik
Marien Hospital Witten
Fon 02302 173-1303
kardiologie@marien-hospital-witten.de