thumbnail

Sie haben Hämorrhoiden? - Gut! Alles zu einer missverstandenen Erkrankung

„Ich habe Hämorrhoiden!“ – Auch heute noch sorgt dieser Satz beim Gegenüber häufig für Verunsicherung. Das liegt unter anderem daran, dass Hämorrhoiden unmittelbar mit der Analregion in Verbindung gebracht werden, über die man ungerne spricht. Gleichzeitig wissen viele Menschen wenig über das Thema. Hämorrhoiden hat nämlich tatsächlich jeder – und das aus gutem Grund. Nur wenn sie Probleme machen, entwickelt sich daraus ein Krankheitsbild und somit die Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung. Die Therapiemöglichkeiten reichen vom Gummiband bis zur modernen Lasertechnologie. Auch Hausmittel können helfen.

Wann Hämorrhoiden Probleme machen

Bei Hämorrhoiden handelt es sich um ein ringförmiges Gewebepolster, das Hämorrhoidal-Geflecht, das den Darm nach außen hin abdichtet. Beim Stuhlgang entspannt sich der Schließmuskel und das Blut aus dem Gewebepolster fließt ab. Nach dem Stuhlgang fließt Blut in das Hämorrhoidal-Geflecht zurück, um den Analkanal wieder zu verschließen. Hämorrhoiden haben damit also durchaus eine wichtige Funktion und sind wichtiger Bestandteil des Körpers. Probleme bereiten Hämorrhoiden erst dann, wenn sie größer werden. Aus verschiedenen Gründen kann das Gewebepolster ausleiern und sich knotig vergrößern. Wer vergrößerte Hämorrhoiden hat, leidet häufig unter Juckreiz, Blut im Stuhl oder starken Schmerzen beim Sitzen.

Der Hausarzt hilft weiter

Der Weg sollte erstmal zum Hausarzt führen. Im Gespräch erfragt dieser zunächst die Beschwerden. Meist kann dann schon eine Diagnose gestellt werden. Um diese abzusichern, werden der Analkanal oder der Mastdarm gespiegelt. „Bei der Analkanalspiegelung wird der Patient in die Linksseitenlage gebracht, damit die Afterregion und die umgebenen Hautareale gründlich betrachtet werden können. Anschließend wird ein Proktoskop in den After eingeführt, somit kann die Schleimhaut des Analkanals untersucht und das Stadium des Hämorrhoidalleidens bestimmt werden“, berichtet Viszeralchirurg und Proktologe Prof. Dr. Metin Senkal. Er leitet als Chefarzt die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Witten sowie als kommissarischer Direktor die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Nach der Spiegelung des jeweiligen Darmabschnitts stimmt der Arzt gemeinsam mit dem Patienten ein individuelles Behandlungsverfahren ab.

Nicht-operative Therapie

Zu den nicht-operativen medizinischen Behandlungsverfahren  zählt u. a. die Verödung. Dabei spritzt der Arzt einen Wirkstoff in die vergrößerten Gefäßpolster ein, der das Gewebe verödet und schrumpfen lässt. „Die Gummibandligatur bietet eine weitere Therapiemöglichkeit. Durch einen kleinen Gummiring, der in den Analkanal eingeführt und über das Gewebe gestreift wird, kommt es zur Drosselung der Blutzufuhr zum Hämorrhoidalknoten. Das Gewebe kann dadurch nicht mehr richtig durchblutet werden und stirbt nach wenigen Tagen ab. Es löst sich automatisch vom umliegenden Gewebe und wird meist unbemerkt ausgeschieden“, so Prof. Senkal.

Operative Therapie mittels Laser

Bei der operativen Therapie von Hämorrhoiden mittels Laser werden nur noch drei sehr kleine Schnitte gesetzt. Dr. Thomas Deska, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Witten und Spezialist auf den Gebiet der Proktologie, erklärt: „Über diesen Zugang wird eine Lasersonde bis oberhalb der Hämorrhoidalknoten eingebracht. Der Laser erreicht den Bereich zwischen der Schleimhaut und dem darunter befindlichen Muskelgewebe, ohne diese beiden Strukturen zu verletzen. Im Bereich des Hämorrhoidengewebes wird dieser dann ausgelöst. Es wird kontrolliert Energie in Form von Laserlicht freigesetzt und das Gewebe zerstört. Beim vorsichtigen Zurückziehen der Sonde wird die Hämorrhoide versiegelt.“ Die Schmerzen nach der nur ein paar Minuten dauernden Operation sind auf ein Minimalmaß reduziert, sodass die Patienten am OP-Tag schon normal sitzen können und auf dem Stationsflur mobil sind.

Weitere Informationen zum Laserverfahren und den damit verbundenen Vorteilen finden Sie hier.

Auch Hausmittel können helfen

Nicht nur der Arzt kann zur Linderung der Beschwerden bei Hämorrhoiden beitragen. Auch die Änderung des eigenen Verhaltens und Hausmittel können die Heilung unterstützen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Ihre Experten

doc

Prof. Dr. Metin Senkal

Chefarzt

Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Marien Hospital Witten
Fon 02302 173-1203
chirurgie@marien-hospital-witten.de

Kommissarischer Direktor

Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
Fon 02323 499-1478
chirurgie@marienhospital-herne.de

doc

Dr. Thomas Deska

Leitender Oberarzt
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Marien Hospital Witten
Fon 02302 173-1203
chirurgie@marien-hospital-witten.de