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Gesund im Ausland
Mit diesen Tipps bleibt Ihre Familie gesund

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man reisen kann: Mit dem Auto, dem Flugzeug oder per Schiff, als All-inclusive-Sorglos-Paket oder als individueller Reisetrip. Die Vielfalt ist fast grenzenlos und dennoch gelten für alle Reisen die gleichen Hygiene-Grundregeln, insbesondere bei südlichen Urlaubszielen. Wer diese unterwegs berücksichtigt, für den steht der schönsten Zeit des Jahres nichts mehr im Wege. Nicole Lurz, Gesamtleitung Hygienemanagement bei der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr, hat die passenden Tipps zusammengestellt.

Erkrankungen im Urlaub beginnen meist über eine Schmierinfektion. Dabei werden Bakterien und Viren durch die Berührung eines Gegenstandes übertragen, der mit infektiösen Körpersekreten wie Speichel, Urin oder Stuhl belastet ist. Mikroorganismen werden durch die Berührung abgestreift und bleiben auf der Fläche, z. B. auf einer Sanitäranlage, zurück. Über Kontakt mit dieser Fläche gelangen die Bakterien und Viren dann auf unsere Haut oder Schleimhaut und besiedeln so den Körper. Über die Hände übertragen sich die meisten Erreger.

Tipp: Waschen Sie auf Reisen regelmäßig Ihre Hände und führen Sie zusätzlich nach dem Toilettenbesuch und vor dem Essen und Trinken eine hygienische Händedesinfektion durch. Damit können Bakterien, die an den Händen kleben, nicht über den Mund nach innen gelangen.  (Eine Anleitung zur richtigen Händedesinfektion finden Sie hier)

Auch Speiseeis kann eine Infektionsquelle sein, wenn es nicht unter bestimmten Hygiene-Regeln hergestellt oder aufbewahrt wurde. Daher sollte Eis nur dann gegessen werden, wenn es fachgerecht hergestellt und gut gekühlt ist. In vielen Ländern ist darüber hinaus das Trinken von Leitungswasser Hauptursache für verschiedene Magen- und Darmerkrankungen. Auch bei Eiswürfeln ist Vorsicht geboten – Getränke sollten immer ohne Eis bestellt werden. Für das Zähneputzen sollten Reisende immer abgekochtes Wasser oder Mineralwasser verwenden und Getränke nur aus original verschlossenen Flaschen trinken. Verzichten Sie auf ungekochte, frische Milch. Generell sind industriell verpackte Produkte die bessere Wahl. Wasser und nicht pasteurisierte Milch sollte man mindestens eine Minute lang abkochen.   

Den Impfstatus rechtzeitig überprüfen

Vor Reiseantritt und je nach Reiseziel sollten Reisende ihren Impfstatus überprüfen. Viele hierzulande ausgerottete Infektionskrankheiten sind in Ländern Afrikas oder Asiens nach wie vor aktiv. Um eine Beratung über den passenden Impfschutz und notwendige Vorsorgemaßnahmen sollte man sich spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt kümmern, damit genügend Zeit bleibt, um den nötigen Impfschutz aufzubauen. Für einen wirksamen Schutz könnten mehrere Impfungen notwendig sein. Zudem dauert es zwischen einigen Tagen und vier Wochen, bis der Impfschutz aufgebaut ist.

Auch bei spontanen Reisen lohnt es sich in jedem Fall, den Reisemediziner aufzusuchen. Impfungen, darunter die gegen Hepatitis A, sind kurzfristig vor der Abreise möglich. Wenn man eine Reise mit Kindern plant, ist zu berücksichtigen, dass viele Impfungen erst ab einem bestimmten Alter gegeben werden können. Impfungen im Rahmen des in Deutschland etablierten Standardvorsorgeprogramms werden von allen gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Seit Juni 2007 übernehmen viele gesetzliche Krankenkassen die Kosten für empfohlene Auslandsreiseimpfungen.

Tipp: Checken Sie rechtzeitig vor Ihrem Urlaub Ihren Impfstatus. Einige Impfungen benötigen ein paar Wochen Vorlauf, um zu wirken. Im Zweifelsfall ist aber eine kurzfristige Impfung besser als keine. Ihr Hausarzt oder ein Reisemediziner beraten Sie gerne zu den sinnvollen Maßnahmen je nach Reiseregion.

Kontakt zu Tieren vermeiden

Auch wenn es verlockend ist: Streicheln Sie keine streunenden Katzen oder Hunde sowie Wildtiere, da diese häufig, neben den typischen Parasiten, mit einem hochinfektiösen Hautpilz infiziert sind. Dieser kann auch auf den Menschen übertragen werden und verursacht Infektionen sowie Entzündungen der Haut. Zudem wäre es auf diesem Wege möglich, die eigenen Haustiere anzustecken.

Tipp: Auch wenn es sehr einladend ist, streicheln Sie keine Haus- oder Wildtiere, um Infektionen zu vermeiden.

Schwimmen nur eingeschränkt

Auf das Schwimmen in tropischen Gewässern sollte verzichtet werden, da in vielen Ländern Bilharziose verbreitet ist. Ihre Erreger leben im Süßwasser und dringen durch die Haut in den Körper ein.

Tipp: Wenn möglich, informieren Sie sich vor Reiseantritt oder bei Kundigen vor Ort, ob das Schwimmen im betreffenden Gewässer bedenkenlos möglich ist. Das gilt insbesondere für Süßwasser führende Gewässer. 

Reiseapotheke einplanen

Für den kleineren Notfall ist eine Rei­seapotheke ratsam. Verbandsmaterialien und typische Arzneien gegen Fie­ber, Durchfall und Erbrechen können von Ihrem Apothe­ker empfohlen werden.

Tipp: Reiseapotheke einplanen!

Hygieneexpertin

doc

Nicole Lurz

Gesamtleitung
Hygiene
St. Elisabeth Gruppe
Fon 02325 986-0
hygiene@elisabethgruppe.de

Die Tipps im Überblick

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  • Waschen Sie auf Reisen regelmäßig Ihre Hände und führen Sie zusätzlich nach dem Toilettenbesuch und vor dem Essen und Trinken eine hygienische Händedesinfektion durch. (Eine Anleitung zur richtigen Händedesinfektion finden Sie hier)
  • "Cook it, boil it, peel it or forget it", lautet ein englisches Sprichwort und bedeutet: Brate es, koche es, schäle es oder vergiss es.
  • Checken Sie rechtzeitig vor Ihrem Urlaub Ihren Impfstatus. Im Zweifelsfall ist eine kurzfristige Impfung besser als keine.
  • Streicheln Sie keine Haus- oder Wildtiere, um Infektionen zu vermeiden.
  • Wenn möglich, informieren Sie sich vor Reiseantritt oder bei Kundigen vor Ort, ob das Schwimmen im betreffenden Gewässer bedenkenlos möglich ist.
  • Planen Sie eine Reiseapotheke ein!