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Erkältung in der Schwangerschaft Was werdende Mütter beachten sollten

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – In der kalten Jahreszeit hat sie wieder Hochsaison und macht auch vor Schwangeren nicht halt: die Erkältung. Eine virale Infektion der oberen Atemwege ist in der Schwangerschaft erstmal kein Grund zur Sorge. Dennoch gibt es einige Aspekte, die werdende Mütter während der Schwangerschaft beachten sollten.

Erkältung in der frostigen Jahreszeit – Auch in der Schwangerschaft normal

„Eine Erkältung in der Schwangerschaft zu bekommen, ist völlig normal. Das Immunsystem der werdenden Mutter ist ohnehin schon beansprucht, sodass Viren oder Bakterien es leichter haben, die Schutzbarriere des Körpers zu durchbrechen“, beruhigt Prof. Dr. Sven Schiermeier, Direktor des Zentrums für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe, Standorte: Witten und Wanne-Eickel. Die Sorge, dass eine Erkältung in der Schwangerschaft auf das ungeborene Baby übergehen kann, ist dabei aber unbegründet. Von einer meist durch Viren verursachten Erkältung sind in der Regel die Nasen- und Rachenschleimhaut sowie die oberen Atemwege betroffen. Das Immunsystem bildet genug Abwehrstoffe gegen die Viren, bevor sie tiefer in den Körper eindringen können. Außerdem sind Babys im Mutterleib durch die Antikörper der Mutter, den sogenannten Nestschutz, vor Krankheitserregern geschützt.

 

 

"Steigt das Fieber mehrere Tage über 39 Grad Celsius, sollte ein Arzt aufgesucht werden."

  Prof. Dr. Sven Schiermeier, Direktor des Zentrums für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der St. Elisabeth Gruppe, Standorte: Witten und Wanne-Eickel

Auch leichtes Fieber ist erst einmal kein Problem. Steigt die Temperatur allerdings für mehrere Tage über 39 Grad Celsius, besteht die Gefahr von vorzeitigen Wehen. Daher sollte bei Fieber ab 39 Grad Celsius nach zwei Tagen ein Arzt aufgesucht werden.

Einnehmen oder verzichten – Medikamente bei Erkältung

Viele Frauen sind verunsichert, ob Sie während der Schwangerschaft überhaupt Medikamente einnehmen dürfen. Wer eine Erkältung ohnehin ohne die Einnahme von Medikamenten „aussitzt“, kann natürlich auch während der Schwangerschaft dabei bleiben und unterstützende Hausmittel wie Nasenduschen, Wadenwickel oder Inhalationen anwenden. Bei Fieber sollte außerdem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. „Beim Gang in die Apotheke sollten einige Aspekte beachtet werden: Von Kombinationspräparaten, die gerne bei Erkältung und Grippe verkauft werden, ist abzuraten. Diese enthalten, neben Schmerzmitteln wie Paracetamol, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure, auch häufig Alkohol oder andere Wirkstoffe, die in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden sollten“, weiß Valentin Menke, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des St. Anna Hospital Herne. Gegen Schmerzen und Fieber hilft Paracetamol. Dabei sollte in jedem Fall der Beipackzettel beachtet oder Rat bei dem behandelnden Arzt gesucht werden.

Vorsicht vor Nebenwirkungen – Pflanzliche Hilfe

Bei Wirkstoffen auf rein pflanzlicher Basis geht man meist davon aus, dass diese gut verträglich und völlig ohne Nebenwirkungen sind. Auch wenn das in den meisten Fällen stimmt, ist für Schwangere besondere Vorsicht geboten. Einige pflanzliche Wirkstoffe stehen in Verdacht, frühzeitige Wehen auszulösen, dazu gehören unter anderem Rosmarin, Passionsblume oder Eisenkraut.

 

"Einige pflanzliche Wirkstoffe stehen in Verdacht, frühzeitige Wehen auszulösen."

  Prof. Dr. Clemens Tempfer, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

Auch Ingwer in zu großen Mengen kann wehenfördernd wirken. „Auf ätherische Öle sollte in der Schwangerschaft ebenfalls verzichtet werden. Die sehr intensiven Öle können bei falscher Dosierung zu Schwindel und Übelkeit führen“, warnt Prof. Dr. Clemens Tempfer, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. „Wer in der Schwangerschaft auf die Kraft der Pflanzen setzten möchte, sollte sich unbedingt vorher bei dem Gynäkologen oder bei der Hebamme informieren“ so der Klinikdirektor weiter.

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Schwanger und erkältet – Wann zum Arzt?

Bei einer einfachen Erkältung ist ein Gang zum Arzt nicht unbedingt notwendig. In den folgenden Fällen ist ein Arztbesuch aber ratsam:

  • Fieber ab 39 Grad Celsius, das mehrere Tage anhält
  • Fieber in Verbindung mit Bauchschmerzen
  • Sehr starke Symptome und Schmerzen
  • Extreme Schwäche
  • Langanhaltende Atembeschwerden oder starker Husten
  • plötzlich auftretende und sich schnell verschlimmernde
    Beschwerden

Bei einer Erkältung kann sowohl der Gynäkologe als auch der Hausarzt aufgesucht werden.
Auch wenn eine Erkältung in der Schwangerschaft nicht so schlimm ist, ist sie dennoch unangenehm. Das Beste ist, sich den Virus gar nicht erst einzufangen. Weiter unten gibt es daher ein paar Tipps zur Vorbeugung.
 

Ihre Experten

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Valentin Menke

Chefarzt

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
St. Anna Hospital Herne
Standort: Wanne-Eickel
Fon 0 23 25 – 986 – 23 01
gynaekologie@annahospital.de

doc

Prof. Dr. Sven Schiermeier

Direktor

Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
der St. Elisabeth Gruppe
Standort: Witten | Wanne-Eickel
Fon 0 23 02 - 173 - 13 23
frauenklinik@marien-hospital-witten.de

doc

Prof. Dr. Clemens Tempfer

Direktor

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Marien Hospital Herne
Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
Fon 0 23 23 - 499 - 18 01
frauenheilkunde@marienhospital-herne.de

So beugen Sie einer Erkältung vor

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  • Vermeiden Sie den Kontakt zu erkälteten Menschen und großen Menschenmengen
  • Waschen Sie sich häufiger die Hände. Für Unterwegs sind auch Desinfektionsgels eine Alternative
  • Lüften Sie die Räume Ihrer Wohnung
  • Achten Sie auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung
  • Bleiben Sie in Bewegung: Spazieren gehen an der frischen Luft oder Sportarten wie Schwimmen und Yoga tun auch in der Schwangerschaft gut
  • Achten Sie auf ausreichenden Schlaf und legen Sie auch tagsüber Entspannungspausen ein
  • Vermeiden Sie Stress
  • Auf vorhandenen Grippeimpfschutz achten: Eine Impfung gegen die saisonale Influenza ist auch während der Schwangerschaft möglich, da es sich nicht um einen Lebendimpfstoff handelt