Symbolbild Darmkrebsvorsorge

Darmkrebs Vorsorge schützt vor Sorgen

Die regelmäßige und rechtzeitige Darmkrebsvorsorge kann Leben retten. Dennoch nehmen immer weniger Deutsche das kostenlose Angebot der Krankenkassen wahr. Häufig sind Vorurteile, Fehlinformationen oder die Angst vor der Darmspiegelung die Gründe. Gemeinsam mit den Experten der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr haben wir uns weit verbreitete Annahmen und Aussagen zum Thema Darmkrebs genauer angeschaut.

1. Ich habe keine Beschwerden, wieso sollte ich zur Vorsorgeuntersuchung gehen?

90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen aus zunächst gutartigen Darmpolypen. Die Symptome einer Darmkrebserkrankung bleiben von den Betroffenen häufig unentdeckt, da sich die Polypen langsam über viele Jahre bilden. Es dauert circa fünf bis zehn Jahre, bis sich aus einer Vorstufe ein bösartiger Tumor bildet. Zudem sind die ersten auftretenden Symptome, wie Müdigkeit, blasse Haut, veränderte Stuhlgewohnheiten und unklarer Gewichtsverlust, eher unspezifisch und lassen nicht sofort zweifelsfrei auf Darmkrebs schließen. Häufig gibt es auch gar keine Symptome. Ob eine Erkrankung vorliegt, kann daher nur bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen geklärt werden.

2. Darmkrebs ist nicht heilbar.

Im Gegenteil. Darmkrebs ist eine Krebsart, die durch eine frühzeitige Erkennung fast zu 100 Prozent heilbar ist. Werden die Vorstufen der Tumore rechtzeitig erkannt, können sie bereits während der Darmspiegelung und ohne OP entfernt werden.

 

"Werden die Polypen rechtzeitig erkannt, können sie bereits während der Darmspiegelung und ohne OP entfernt werden."

  Dr. Viktor RempelChefarzt - Klinik für Gastroenterologie, St. Anna Hospital Herne

Wird hingegen ein fortgeschrittener Tumor entdeckt, befindet sich dieser in circa 70 Prozent der Fälle noch in einem solchen Stadium, das gute Heilungschancen zulässt. Die Heilungschancen hängen dabei maßgeblich von dem Zeitpunkt der Behandlung ab: Je früher der Krebs entdeckt wird, desto größer die Heilungschancen.

3. Eine Darmspiegelung ist zeitaufwändig und mit viel Schmerz verbunden.

Darmspiegelungen werden heutzutage fast ausschließlich ambulant durchgeführt. Die Untersuchung dauert etwa eine halbe Stunde, während der die Patienten auf Wunsch in einen kurzen Schlaf versetzt werden können. Auch wenn es sich bei der verabreichten Kurzschlafspritze nicht um eine Narkose handelt, sind die Patienten für den Rest des Tages nicht verkehrstüchtig. Der gewohnte Tagesablauf ist aber ansonsten nicht beeinträchtigt.

 

"Darmspiegelungen werden heutzutage fast ausschließlich ambulant durchgeführt und dauern etwa eine halbe Stunde."

  Prof. Dr. Bernhard HenningFacharzt für Gastroenterologie - MVZ Herne Ärzte Hölkeskampring

Auch die Vorbereitung auf die Darmspiegelung ist im Lauf der Zeit weniger aufwändig geworden. Mussten früher noch viele Liter einer geschmacklich eher fragwürdigen Flüssigkeit zur Darmreinigung getrunken werden, sind es heute nur noch circa zwei Liter. Durch Geschmackszusätze wie Fruchtaromen konnte auch hier eine Verbesserung erzielt werden.

4. Darmkrebs kriegen doch nur alte Männer!

Richtig ist, dass das Risiko für eine Darmkrebserkrankung ab dem 50. Lebensjahr deutlich ansteigt und Männer doppelt so häufig wie Frauen erkranken. Frauen erkranken etwas häufiger an Dickdarmkrebs, dem Kolonkarzinom, und Männer eher an Mastdarmkrebs, dem Rektumkarzinom. Dünndarmkrebs ist sehr selten. Auch in jungen Jahren kann jedoch das Risiko einer Erkrankung bestehen. Gab es beispielsweise in der nahen Verwandtschaft eine Darm- oder andere Krebserkrankung, steigt das Risiko für die Familienmitglieder um das Doppelte bis Dreifache. Auch bei erblichem Darmkrebs steigt die Wahrscheinlichkeit, vor dem 50. Lebensjahr an Darmkrebs zu erkranken, deutlich an.

5. Darmkrebs lässt sich doch nicht verhindern, was soll ich da schon machen?

Neben der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung kann auch eine Änderung des Lebensstils das Risiko einer Darmkrebserkrankung verringern. Das vermehrte Auftreten von Darmkrebserkrankungen in westlichen Ländern lässt vermuten, dass auch unsere Gewohnheiten einen Einfluss auf die Erkrankung haben können. Übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen, Übergewicht, wenig Bewegung und eine Ernährung mit viel rotem Fleisch und wenig Ballaststoffen: Diese Punkte stellen Risikofaktoren dar, die eine Darmkrebserkrankung (und andere Krankheiten) begünstigen können. Aber auch eine ideale Ernährung und ausreichend Bewegung können Darmkrebs nicht sicher verhindern oder gar rückbilden. Sie sind keine Alternative zur Vorsorgeuntersuchung.

6. Es gibt keine Alternative zur Darmspiegelung.

Die klassische Darmspiegelung ist nicht die einzige Möglichkeit zur Früherkennung von Darmkrebs. „Virtuelle“ Methoden, bei denen Computertomografie- und Magnetresonanzverfahren eingesetzt werden, können größere Polypen zuverlässig erkennen. Die Bildqualität reicht aber nicht aus, um auch die kleinsten Veränderungen auf der Darmschleimhaut zu sehen. Auch die Kapselkoloskopie, bei der die Patienten eine kleine, mit modernster Technik ausgestattete Tablette schlucken, stellt eine Alternative dar. Auf dem Weg durch den Darm erstellt die Tablette hochauflösende Bilder der Darmschleimhaut und kann so helfen, Veränderungen zu erkennen. Als dritte Alternative bieten der Hämoccult-Test und der immunologische Stuhltest, bei denen Stuhlproben auf einem speziellen Papier analysiert werden, die Möglichkeit, winzige Spuren von Blut im Stuhl zu entdecken und so das Risiko einer Darmkrebserkrankung einzuschätzen. Diese Verfahren haben jedoch den Nachteil, dass mit Ihnen keine Gewebeproben entnommen oder Polypen entfernt werden können. Werden also Krebsvorstufen erkannt, ist eine Entfernung mittels konventioneller Darmspiegelung unerlässlich.

 

"Ohne Befund muss die Darmspiegelung erst nach zehn Jahren wiederholt werden."

  Dr. Udo TheisMVZ Witten - Ärzte Marienplatz

7. Die Darmspiegelung muss jedes Jahr wiederholt werden.

Hat die Darmspiegelung keinen Befund ergeben, muss diese erst nach etwa zehn Jahren wiederholt werden. Ein kürzerer Zeitabstand von etwa drei bis fünf Jahren wird nur bei erkannten Polypen sowie Personen mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko, beispielsweise bei familiären Vorerkrankungen, empfohlen. Der Hämoccult-Test kann hingegen jährlich wiederholt werden, um das Risiko einer Erkrankung einzuschätzen.

8. Ich habe gar keine Ahnung, ab wann ich zur Darmkrebsvorsorge gehen muss.

Ab einem Alter von 55 Jahren haben alle gesetzlich Versicherten in Deutschland einen Anspruch auf eine vorsorgende Darmspiegelung  – Männer sogar bereits ab 50 Jahren. Gibt es keine Befunde oder familiäre Risikofaktoren, kann diese nach etwa zehn Jahren wiederholt werden. In der Zeit zwischen zwei Vorsorgeuntersuchungen ist die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, sehr gering. Bei Vorerkrankungen im engeren Familienkreis sollte die Vorsorgeuntersuchung bereits zehn Jahre vor dem Alter durchgeführt werden, in dem das Familienmitglied die Diagnose erhielt.

9. Die Angst vor Darmkrebs wird doch überschätzt!

Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Etwa 160 Menschen erkranken in Deutschland jeden Tag an dieser Krankheit. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen konnten in Deutschland, Hochrechnungen zufolge, seit 2002 etwa 200.000 Neuerkrankungen und 90.000 Todesfälle verhindert werden.

Weitere Informationen zum Thema Darmkrebs sowie zu Vorsorgeuntersuchungen erhalten Sie in den Kliniken für Gastroenterologie des St. Anna Hospital Herne, im MVZ Herne – Ärzte Hölkeskampring sowie im Darmkrebszentrum Witten.

Ihre Experten

doc

Prof. Dr. med. Bernhard Henning
Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Umweltmedizin, Naturheilverfahren
MVZ Herne – Ärzte Hölkeskampring
Fon: 02323 499-1970 / -1971 / -1980
info@mvz-herne.com

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Dr. med. Udo Theis
Facharzt für Innere Medizin
Gastroenterologie
MVZ Witten – Ärzte Marienplatz
Fon: 02302 20-275-40
info@mvz-witten.com