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Spurenelement Jod Wie man einen Mangel vermeidet

Stimmungsschwankungen, Stoffwechselstörungen, Organveränderungen und Schilddrüsenprobleme – die Folgen eines anhaltenden Jodmangels sind vielfältig. Bei etwa einem Drittel der Erwachsenen besteht ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung, da der Körper Jod nicht selbst produzieren kann. Es ist für die Herstellung von Schilddrüsenhormonen notwendig, welche die Stoffwechselfunktionen im Körper steuern. Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich dem Mangel in der Regel vorbeugen. Für Schwangere und Stillende gibt es Ausnahmen.

Schwankende Jodversorgung

Deutschland galt wegen seiner geografischen Lage als Jodmangelgebiet. Seit 1990 hat sich die Jodversorgung durch die Verwendung von jodiertem Speisesalz in den Haushalten und der Lebensmittel- und Futterindustrie verbessert. Allerdings ist dieser Trend wieder rückläufig, die Jodversorgung liegt derzeit im unteren Bereich der WHO-Empfehlung. Der Jodgehalt in Lebensmitteln unterliegt regional und saisonal großen Schwankungen, auch die Zubereitung führt zu Verlusten. Die tägliche Jodzufuhr eines Erwachsenen sollte bei 200 Mikrogramm liegen.

Eine Übersicht mit Empfehlungen für die tägliche Jodmenge je nach Alter finden Sie hier.

 

„Milch- und Milchprodukte, Seefisch und Meeresfrüchte sollten fester Bestandteil des Speiseplans sein.“

  Dörte MühlenhardtErnährungsberatung

Tipps für den Speiseplan

Für eine unbedenkliche, aber ausreichende Jodversorgung empfiehlt Dörthe Mühlenhardt, Ernährungsberaterin der St. Elisabeth Gruppe: „Es sollten täglich Milch- und Milchprodukte konsumiert werden. Darüber hinaus gehören Seefisch und Meeresfrüchte zweimal pro Woche auf den Speiseplan. Beim Kochen sollte man dann auf die sparsame, aber konsequente Verwendung von jodiertem Speisesalz achten und auf Lebensmittel setzen, die mit Jodsalz hergestellt wurden.“ Auch Eier sind gute Jodlieferanten, der Jodgehalt hängt jedoch von der Fütterung der Tiere ab.

Eine Übersicht über den Jodgehalt verschiedener Fischsorten und Meeresfrüchte finden Sie hier.

Wenn Salz, dann Jodsalz

Das im Haushalt eingesetzte Jodsalz macht zwar nur zehn Prozent der gesamten Menge an verzehrtem Salz aus, gilt aber als die Hauptquelle für die Jodaufnahme. Jodiertes Speisesalz enthält 15 bis 20 mg Jod pro Kilogramm.

Das meiste Salz nimmt man jedoch über verarbeitete Lebensmittel und Speisen außer Haus zu sich. Allerdings wird – vermutlich aus Kostengründen – nur bei etwa 30 Prozent dieser Produkte Jodsalz verwendet. „Zur Deckung des Tagesbedarfs an Jod bringen diese Lebensmittel daher nicht allzu viel“, so Dörthe Mühlenhardt.  

 

„Vegetarier und Veganer sollten auf eine ausreichende Jodzufuhr achten.“

  Dörte MühlenhardtErnährungsberatung

Alternative Ernährungsweisen

Bei einer vegetarischen Ernährungsweise, dem Verzicht auf Milch bzw. Milchprodukte oder Fisch sowie bei salzarmer Ernährung sollte über eine Ergänzung durch Jodtabletten mit einem Arzt gesprochen werden.  

Die Dosis im Blick behalten

Eine mögliche Jodüberdosierung durch Lebensmittel kann sich z. B. durch den Verzehr von Meeresalgen bzw. Seetang ergeben. Besonders Rotalgen enthielten in Untersuchungen zum Teil extrem viel Jod. „Daher sollte beim Kauf auf eindeutige Angaben des Jodgehaltes geachtet werden. Dieser sollte nicht höher als 20 Mikrogramm pro Gramm liegen“, erläutert die Ernährungsberaterin. Meersalz, welches nicht jodiert ist, enthält übrigens kaum Jod. Eine langfristige Jodeinnahme von mehr als 500 oder 1.000 Mikrogramm wird nicht empfohlen, da dies negative Auswirkungen auf den Körper haben kann. Krankheiten wie beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Schilddrüsenentzündung werden begünstigt.

Regeln für Kinder, Schwangere und Stillende

Besonders bei Kindern spielt Jod eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Gehirns, der geistigen Leistungsfähigkeit und des Wachstums. Kinder nehmen durchschnittlich zwar ausreichend Jod auf, die Zufuhr liegt aber im unteren Bereich. Auch werdende und stillende Mütter haben einen erhöhten Jodbedarf: Sie benötigen es zur gesteigerten Produktion eigener Schilddrüsenhormone und für das ungeborene Kind, das von der Jodversorgung der Mutter abhängig ist. Der gesteigerte Bedarf kann in dieser Situation nur schwer über die normale Ernährung gedeckt werden. Schwangeren und Stillenden wird daher in der Regel empfohlen, zusätzlich Jodtabletten einzunehmen.

Ernährungsexpertin

doc

Dörthe Mühlenhardt

Ernährungsberatung
St. Elisabeth Gruppe
Fon 02302 173-0