thumbnail

Alles Roh Rohkost

Vegan, Vegetarisch oder Rohkost? Aktuell gib es zahlreiche Trends zur Ernährung mit dem Fokus auf Obst und Gemüse – die Rohkost ist einer davon. Welche Lebensmittel unter den Begriff Rohkost fallen, wie sie sich auf den Körper auswirkt und in welchen Mengen sie verzehrt werden sollte, erklären unsere Ernährungsexpertinnen.

Rohkost – Obst und Gemüse

„Unter Rohkost versteht man eine Ernährungsform, bei der ausschließlich rohe, also ungekochte, Lebensmittel verzehrt werden“, erklärt Janina Buschmann, Ernährungsberaterin der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr. Ähnlich wie bei einer vegetarischen oder veganen Ernährungsweise, besteht die Ernährung hauptsächlich aus Obst und Gemüse. Die Ernährungsform Rohkost kann jedoch auch tierische Produkte enthalten, so wie beispielsweise rohen Fisch (z. B. Sushi) oder rohes Fleisch (z. B. Tartar). Der Hauptfokus liegt bei einer Rohkosternährung jedoch auf dem Verzehr von rohem Obst und Gemüse.

Allerdings eignen sich nicht alle Lebensmittel für den ungekochten Verzehr. Vorsicht ist bei Hülsenfrüchten wie Kichererbsen, Linsen oder Sojabohnen geboten. Denn Hülsenfrüchte enthalten natürliche Giftstoffe, die erst durch das Erhitzen für den Menschen verträglich werden.

 

Antioxidantien wird eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben, da sie in der richtigen Dosierung die Zellen im Körper vor oxidativem Stress schützen können. Oxidativer Stress, so wird angenommen, kann verschiedene Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen.

 

Gesundheitsfördernde Wirkung auf den Körper

Aber warum ist Rohkost eigentlich bei vielen so beliebt? Die Antwort ist simpel: Obst und Gemüse enthalten in rohem Zustand die meisten Vitamine und Ballaststoffe. Denn im Gegensatz zu erhitzten Lebensmitteln, werden keine Vitamine wie z. B. Vitamin C durch die Hitze zerstört. Zudem weisen rohes Obst und Gemüse einen hohen Bestandteil an Antioxidantien auf. Diese werden vom Körper z. B. in Form von Enzymen oder Hormonen gebildet, aber auch über die Nahrung in Form von Vitamin C und E oder Selen aufgenommen.

Gewichtsverlust dank Rohkost

Ein weiterer positiver Effekt durch naturbelassene Lebensmittel kann sich beim Blick auf die Waage zeigen: „Da Obst und Gemüse im Vergleich zu anderen Lebensmitteln oftmals weniger Kalorien enthalten, kann eine Ernährungsweise die vor allem auf Rohkost basiert, zudem eine Gewichtsabnahme unterstützen. Dabei kommt es jedoch auch auf die Energiebilanz an, denn auch eine Rohkosternährung kann sehr kalorienhaltig gestaltet werden. Obst sollte aufgrund des hohen Fruchtzuckerspiegels z. B. nur in Maßen verzehrt werden“, so Janina Buschmann weiter.  

 

„Eine reine Rohkosternährung ist aufgrund des eingeschränkten Nahrungsspektrums jedoch nicht zu empfehlen“, führt Lisa Ostermann, Ernährungsberaterin der St. Elisabeth Gruppe, an.

 

Achtung vor Mangelerscheinungen

Studien haben gezeigt, dass Mangelerscheinungen durch Defizite bei Nährstoffen wie Vitamin D, B2, B12 und Kalzium oder Jod auftreten können. Diese Nährstoffe sind vor allem in Getreideprodukten oder tierischen Produkten enthalten und werden bei einer reinen Rohkosternährungsweise in zu geringen Mengen aufgenommen. Außerdem kann z. B. Eisen aus tierischen Lebensmitteln besser vom Körper aufgenommen werden, als aus pflanzlichen Lebensmitteln.